Archivbild: "Fridays For Future"-Proteste in London.
Thesen für 2020

Die Jugend verliert die Geduld

Die Schüler streiken für das Klima, doch Fridays for Future war erst der Anfang. Die Jungen sehen sich im demokratischen Prozess nämlich ausgebootet: Es gibt einfach zu viele wahlberechtigte Alte.

Eigentlich dachten wir ja, der Generationskonflikt sei ein Thema von vorgestern. Nicht wenige fanden das sogar irgendwie bedenklich: Allzu brav seien die Jungen, verblüffend angepasst und pragmatisch. „Performer, Styler, Egoisten. Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben“, betitelte etwa Bernhard Heinzlmair 2013 ein Sachbuch. Und die Soziologen schienen ja recht zu haben: Die Generationen Y und Z planten keine Revolten, stürzten die Altvorderen nicht von ihren Sockeln, sie lebten bis in ihre Zwanziger zu Hause und schienen sich im Schoß der Familie generell fast schockierend wohlzufühlen.

Nicht einmal in der Pubertät flippten sie richtig aus. Wieso auch? Die Eltern boten ja kaum Angriffsfläche.