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Pizzicato

Eros in Ischgl, Raffael überall

Wir wissen nicht, woher der Eigenname Ramazzotti kommt, und auch nicht, warum er sich wie diese Kolumne mit zwei z schreibt.

Ramazzotti ist ein italienischer Kräuterlikör mit einem Alkoholgehalt von 30 Volumsprozent. Das sagt uns Wikipedia, die wir konsultiert haben, weil uns soeben die Agenturnachricht ereilt hat, dass Eros Ramazzotti heuer am 2. Mai „den Saisonausklang 2020 in Ischgl bestreitet“. Wir bestreiten nicht, dass es uns nicht überrascht, dass der Ort, der sich von Ischl durch ein g (mehr) und eine Kaiservilla (weniger) unterscheidet, sein „Top of the Mountain Closing Concert“ so bestückt, schließlich hat dort auch schon Zucchero gesungen, dessen Stimme so bitter klingt wie Eros Ramazzottis Stimme süß, um einmal die Synästhetiker unter unserer Leserschaft zu erfreuen. Die Etymologen müssen wir enttäuschen: Wir wissen nicht, woher der Eigenname Ramazzotti kommt, und auch nicht, warum er sich wie diese Kolumne mit zwei z schreibt. Was ja sonst im weiten Feld des breitenwirksamen Pop nur ZZ Top tun, und die sind kaum ischglkompatibel, u. a. weil man mit so langen Bärten weder Ski fahren noch durch Après-Ski-Hütten taumeln sollte.

Weiters neu gelernt: Eros Ramazzottis Mutter heißt mit Vornamen Raffaella, was 2020 auch deshalb erwähnenswert sein wird, weil man in diesem Jahr den 500. Geburtstag von Raffaello Sanzio da Urbino begehen wird, der auch nichts dafür kann, dass eine kugelförmige Kokos-Mandel-Süßware heißt wie er. (tk)

Reaktionen an: thomas.kramar@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2019)