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Wohnungsmarkt

Immobilienpreise sollen 2020 langsamer steigen

Normalisierung am Wohnungsmarkt in Sicht(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Immobilienexperten von Remax erwarten einen Preisauftrieb von 3,3 Prozent. Deutlich teurer sollen Baugrundstücke werden.

Der heimische Immobilienmarkt wird auch 2020 anziehen, steuert aber allmählich auf ein Gleichgewicht zu: Sowohl Angebot, Nachfrage und Preise werden heuer zulegen, "aber geringer als im Jahr zuvor", prognostiziert der Immobilienmakler Remax am Donnerstag. Damit sei eine Normalisierung in Sicht, die grenzenlose Goldgräberstimmung am Wohnungsmarkt verflogen.

"Der große Nachfrageüberhang ist zumindest teilweise - im wahrsten Sinn des Wortes - abgebaut", so Anton Nenning, Managing Director bei Remax. Dennoch ist Wohnungseigentum in Regionen wie Wien, Salzburg oder Innsbruck für viele nicht leistbar.

Die Nachfrage soll heuer über alle Immo-Typen, Preisklassen und Gebiete um 2,6 Prozent zulegen, im Vorjahr waren es 3 Prozent. Das Angebot wird nur noch um 0,4 Prozent wachsen, nach einem Plus von 1 Prozent 2019. Weil die Nachfrage abflacht, werden die Preise um "nur" 3,3 Prozent steigen, nach zuletzt 3,6 Prozent, heißt es von Remax. Zum Vergleich: Die Inflation soll laut Wifo 2020 bei 1,6 Prozent liegen.

Preise für Eigentum steigen stärker als Miete

Besonders gefragt sind heuer wieder einmal Baugrundstücke, gefolgt von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen. Die Grundstücks-Nachfrage soll heuer um 5,1 Prozent zulegen, gleichzeitig sinkt das Angebot um 2,3 Prozent. Wer bauen will, muss daher tiefer in die Tasche greifen: Die Preise sollen um 5,3 Prozent steigen. Bei Einfamilienhäusern sinkt die Steigerungsrate der Nachfrage auf 3,8 Prozent, das Angebot bleibt gleich und die Preise legen um 3,5 Prozent zu.

In zentralen Lagen steigen die Preise für Eigentumswohnungen deutlich stärker als jene für Mietwohnungen. "Weil das Angebot nur um 0,7 Prozent zulegt (zuletzt: +1,1 Prozent), wird der Preisauftrieb auf hohem Niveau bleiben, sich aber im Vergleich zu den Vorjahren abschwächen", so die Prognose für Eigentumswohnungen. Kleinere Objekte bis 65 Quadratmeter werden überproportional teurer als größere Wohnungen. Bei Mietwohnungen steigt die Nachfrage um 3,2 Prozent, das Angebot um 1,2 Prozent. Die Mieten bei Neuabschlüssen steigen um 2 Prozent, erwartet Remax. Im ländlichen Raum geht die Nachfrage für Mietwohnungen 0,5 Prozent zurück, im Vorjahr lag das Minus bei 1,2 Prozent. Beim Angebot gibt es mit Plus 0,2 Prozent kaum Bewegung, die Mieten werden um 0,5 Prozent abnehmen. Eigentumswohnungen in Landgemeinden werden kaum teurer (+0,7 Prozent), die Nachfrage stabilisiert sich mit minus 0,3 Prozent und das Angebot wächst um 0,3 Prozent.

Weniger Nachfrage in der Bundeshauptstadt

In Wien wächst die Immobilien-Nachfrage mit 2,9 Prozent geringer als zuletzt, während das Angebot mit 1,5 Prozent stärker zulegt. Der Preisanstieg fällt mit einem Plus von 4,1 Prozent allerdings höher aus als im Vorjahr. "In Top-Lagen sollen die Preise für Eigentumswohnungen beinahe unvermindert um 5,2 Prozent anziehen, die neu verhandelten Mietpreise mit freier Mietzinsbildung mit 2,7 Prozent jedoch erheblich geringer als zuletzt (2019: +4,3 Prozent) ausfallen", so Remax.

2019 wurden in Österreich hochgerechnet rund 125.000 Immobilien gekauft, an die Rekorde von 2018 werde man damit nicht herankommen. Remax, nach Eigenangaben das größte Maklernetzwerk des Landes, steigerte den Honorarumsatz im Vorjahr um knapp 11 Prozent. Dabei wurden rund 11.000 Transaktionsseiten mit einem Immobilienwert von 1,9 Mrd. Euro abgewickelt.

 

(APA)