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Aufgeladene, ausgelassene Stimmung im türkischen Selçuk: Beim Kamelkampf treten immer zwei Kamele gegeneinander an. Nach der traditionellen Rangelei wird gefeiert.
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Türkei

Das Kamelwrestling von Selçuk

Die jahrhundertealte Tradition des Kamelkampfs in Westanatolien hat ihren Ursprung in der Zeit, als Nomadenvölker ihre Karawanen auf dem Weg vom Orient in das Abendland Tausende Kilometer weit durch das Land führten.

Noch heute zählt das „Kamelwrestling“ an der türkischen Ägäisküste zu einer der ehrwürdigsten Beschäftigungen anatolischer Männer. Zwischen Dezember und März, während der Brunftzeit der Kamele, lassen viele Orte im Südwesten der Türkei die uralte Tradition wieder aufleben.

Bereits Tage vor dem eigentlichen Wettstreit haben sich die Straßen des pittoresken Orts Selçuk in ein einziges pulsierendes Dorffest verwandelt. Es gibt kaum ein Haus, von dem nicht die türkische Nationalflagge weht oder an dem nicht ein Porträt von Kemal Mustafa Atatürk, dem Staatsgründer der modernen Türkei, prangt. Die Lokale im Zentrum des Orts sind bis auf den letzten Platz besetzt, davor tanzen Männer mit orangefarbenen Halstüchern durch die Nacht, ständig begleitet vom prägnanten Klang der Trommeln und der türkischen folkloristischen Oboe (Zurna), gespielt von Roma-Musikern. Mittendrin versucht der 28-jährige Gökhan Akinci, den Überblick über sein Lokal zu bewahren. „Zu dieser Zeit herrscht in Selçuk Ausnahmezustand“, sagt der junge Mann, glücklich darüber, ein wichtiger Teil dieses einzigartigen Stadtfests zu sein.