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Verhandlungen

Russland stoppt Öllieferungen nach Weißrussland

FILE PHOTO: Model of a pipeline is seen at the main entrance to the Gomel Transneft oil pumping station, which moves crude through the Druzhba pipeline westwards to Europe, near Mozyr
SymbolbildREUTERS
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Der vertrag zwischen den beiden Ländern ist am 31.12. 2019 ausgelaufen. Öllieferungen nach Europa sind jedoch nicht von dem Lieferstopp betroffen.

Russland hat seine Öllieferungen nach Weißrussland angesichts der noch ergebnislosen Verhandlungen über einen neuen Vertrag gestoppt. Das teilte der weißrussische staatliche Ölkonzern Belneftechim am Freitag in Minsk der Staatsagentur Belta zufolge mit. Jetzt werde aktiv am Abschluss der Jänner-Verträge gearbeitet, hieß es. Das betreffe Lieferungen sowohl aus Russland als auch aus "alternativen Quellen". Der bisherige Vertrag war am 31. Dezember ausgelaufen.

Der weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko hatte zum Jahreswechsel angesichts der schwierigen Gespräche angeordnet, dass sein Land auch aus anderen Lieferquellen mit Öl versorgt werden sollte. Dabei gehe es um den Transport per Bahn, die Erdöl aus den Ostseehäfen in die Ex-Sowjetrepublik Weißrussland (Belarus) bringen solle, und die Versorgung mit dem Rohstoff über die "Druschba"-Pipline.

Vorräte bis Mitte Jänner

Nach Angaben des russischen Pipelinebetreibers Transneft sind Öllieferungen nach Europa nicht von dem Lieferstopp betroffen. Der Transit durch Weißrussland laufe weiter, sagte ein Sprecher der Agentur Interfax zufolge. Belneftechim zufolge reichen die Vorräte in den weißrussischen Raffinerien noch bis Mitte des Monats. Auch an den Tankstellen würden keine Engpässe erwartet.

Lukaschenko hatte zuletzt mehrfach mit Kremlchef Wladimir Putin über Energielieferungen gesprochen. Das Land will nach eigenen Angaben in diesem Jahr 24 bis 25 Millionen Tonnen Öl von seinem Nachbarn kaufen. Streitpunkt dabei war etwa der Preis für die Lieferungen.

Einigen konnten sich beide Länder vor Beginn des neuen Jahres über den Gastransit durch Weißrussland. Schwieriger gestalteten sich dagegen die Verhandlungen über den Preis für Gas-Lieferungen in die Ex-Sowjetrepublik selbst. Moskau und Minsk einigten sich an Silvester lediglich auf einen Vertrag bis Ende Februar.

(APA/dpa)