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Kochhistorie

Schrotkeks

Symbolbild.
Symbolbild.(c) imago/Westend61 (imago stock&people)
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Zubereitung: „1/2 Kilogramm Steinmetz-Weizenmehl, 1/2 Kilogramm Steinmetz-Roggenmehl, etwas über 1/2 Liter Wasser, 10 Dekagramm Öl, etwas Salz und je nach Belieben Anis, Fenchel oder Kümmel werden zu einem Teig geknetet, hierauf in dünne Nudelblätter gewalkt, mit einer Gabel Löcher gestochen und in Rechtecke geschnitten. Bei mäßiger Hitze auf nicht gefettetem Blech leicht backen.“

Garnierung: „billig und doch gut essen“ lautet der in Kleinbuchstaben gedruckte Titel eines vegetarischen Kochbuchs aus den 1920ern – der Preis: ein Schilling. Gespickt ist das Buch mit Kleinanzeigen: „Lebensreformer, schützet eure Gesundheit!“, predigt etwa eine Ölwerbung. Das Reformhaus Hauert auf den Tuchlauben bietet für seine „Lebensmittel, Küchengeräte, Kochbücher zur neuzeitlichen Volksernährung“ auch „Provinzversand“. Und das vegetarische Speisehaus „City“ informiert, dass die Preise solide, Gebäck und Brot frei sowie Trinkgeld verboten sei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2020)