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20er-Jahre

Entschlossen nach vor und zurück

George Gershwin.
George Gershwin.(c) imago/Cola Images
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Von Schönberg bis Gershwin: Die musikalische Moderne war eine merkwürdige Mixtur.

Seit den Jahren um den Ersten Weltkrieg hatte die musikalische Moderne ihre Klauen gewetzt, in den 1920er-Jahren trieb sie erstaunliche Blüten – gedüngt mit einer Mixtur aus unbedingtem Fortschrittsglauben und Reaktion. Die Zeit war unter anderem geprägt durch Arnold Schönbergs Proklamation der neuen Kompositionsmethode „mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“. Diese sollte für eine oder zwei Generationen von Komponisten, die nach 1945 auf den Plan traten, der Ausgangspunkt für Experimente werden, die sich unter dem Rubrum „Serielle Musik“ zum Schreckenswort für Konzertveranstalter und Publikum entwickelten – was die Kluft zwischen Produzierenden und Konsumierenden unüberbrückbar werden ließ. Dabei hatte sich Schönberg vor allem um eine Ordnung im sogenannten atonalen Klangraum bemüht, um, so viel zur Reaktion, klassische Formen wieder zu beleben. Er nutzte sein System nicht, um in neue Räume vorzudringen, sondern um wieder Sonaten- und Variationssätze zu komponieren.