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Bildung

Czernohorszky: Mädchen stärken gegen Zwang

Wiens roter Bildungsstadtrat drängt auf Umsetzung bildungs- und integrationspolitischer Maßnahmen.

Wien. Ein klares Ja oder Nein hört man von Jürgen Czernohorszky (SPÖ) zu dem von Türkis-Grün paktierten Kopftuchverbot bis 14 Jahren nicht. „Das Kopftuchverbot an sich ist nichts anderes als ein Symbol“, sagt er im Gespräch mit der „Presse“. „Ich bin der Überzeugung, dass es darum geht, was man tun kann, damit junge Mädchen nicht gezwungen werden, ein Kopftuch zu tragen – von Vätern, Schulkollegen, von der Community.“ Dazu brauche man bildungs- und integrationspolitische Maßnahmen wie Sozialarbeit.

Bisher habe der Schrei nach einem Kopftuchverbot reale Politik ersetzt und sei immer dann genutzt worden, wenn man davon ablenken wollte, dass man im Bildungsbereich und bei Integrationsmaßnahmen einsparen wollte, meint Czernohorszky. „Wenn es nun wirklich so sein sollte, dass diese Bundesregierung wieder reale Bildungs- und Integrationspolitik macht, dann wäre das an sich ein gutes Zeichen.“

 

„Populistischer Gag?“

Es gelte, abzuwarten, ob den angekündigten kleinen Schritten in Bildungs- und Integrationspolitik Taten folgen und ob es für konkrete Maßnahmen Geld gebe. „Wenn das Kopftuchverbot eine einzelne Maßnahme als populistischer Gag ist, dann bin ich dagegen“, sagt er. „Wenn ernsthaft darüber gesprochen wird, wie man Mädchen stärken kann und sie davor schützen kann, ein Kopftuch zu tragen, wenn es ernsthaft darum geht, mit Eltern zu arbeiten und Lehrer zu unterstützen, dann hat man mich sicher als Partner. Das muss man miteinander in Verbindung setzen.“ (beba)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.01.2020)