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Kabarett

Magda Leeb: Diese Kaiserin ist nah am Volk

Ein Computer im AMS hat ihr vorgeschlagen, Kaiserin von Österreich zu werden.(c) ERNESTO GELLES
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Magda Leeb überzeugt in ihrem zweiten Solo-Programm „Die Kaiserin von Österreich“ mit herrlichem Kabarett aus dem Stegreif.

In den USA ist ein wichtiges Kriterium für gutes Stand-up, dass der Stoff „relatable“ ist. Also Sachen zur Sprache kommen, in denen sich die Zuschauer wieder finden, und Dinge zu hören sind, die nah am Alltag der Menschen sind. Magda Leeb ist in ihrem neuen Kabarett „Die Kaiserin von Österreich“ aber sowas von relatable. Obwohl sie als die neue Kaiserin des Staates Österreich auftritt – mit Schwung und mit Fahne –, greift sie allerlei Dinge auf, die direkt mit dem Alltag der Zuseher zu tun haben. Schließlich ist sie in diesem Bühnenstück nicht als adelige Erbfolgerin auf den Thron gekommen, sondern durch eine sehr überraschende Antwort eines Computers im AMS, der ihr als bestmögliche Tätigkeit den Vorschlag „Kaiserin“ ausgespuckt hat. Soweit das Konzept des Stücks. Der Rest ist improvisiert.

Denn Leeb ist auf Impro-Kabarett spezialisiert, begonnen hat sie als Duo mit Anita Zieher, die ihr nun als Regisseurin zur Seite steht. Sei drei Jahren bespielt Magda Leeb auch solo die Kleinkunstbühnen des Landes – immer ohne Textbuch. Sie spricht hier über Dinge, die von der Tagespolitik und dem Weltgeschehen vorgegeben werden, und über das, was die Menschen im Saal beschäftigt. Denn wer zu Magda Leeb geht, weiß: Hier darf mitgeredet werden. Herausrufen ist erwünscht, und deshalb mäandern die Themen des Abends durch die Alltagssorgen der Zuseher.

Jeder kann seinen Wunsch notieren

Bei dem Besuch der „Presse“ im Theater am Alsergrund waren das im Dezember etwa die Themen Deppensteuer, hartnäckige Ohrwürmer, sinnvolle Küchenrollen und kompetente Sargträger. Was genau zur Sprache kommt, ist auch für Leeb jedes Mal eine Überraschung: Sie bittet vor der Pause die Zuschauer, auf kleine Zettel zu schreiben, was sie sich von einer Kaiserin wünschen. Nach der Pause setzt sie die Vorschläge humoristisch um: in Gedichten, Liedern, Tänzen und flott aus dem Effeff kreierten Bühnenfiguren, wie etwa dem „Digitalisierungsberater in einer öffentlichen Schule“.

Bei diesem Kabarett muss demnach nicht nur die Künstlerin spontan, sondern auch der Techniker bereit für Improvisation sein: Das klappt wunderbar mit Lichteffekten und Sounduntermalung. Einen Teil der Technikerarbeit nimmt Leeb ohnehin dem Personal hinter den Reglern ab und stellt ihre eigene Soundmaschine auf die Bühne. Diese kann aus Leebs Stimme einen ganzen Chor zaubern und eine Auswahl an Beats vorgeben – nur bei dem Wunsch aus dem Publikum nach „Heavy Metal“ waren sowohl das Gerät als auch die Künstlerin überfordert.

Jedes Mal ist anders, aber der Charme bleibt gleich

Die Premiere des Stücks war bereits im Oktober in der Wiener Kulisse, doch Leebs Programme sind für Premierenkritiken nicht geschaffen. Denn jeder Abend ist eine Neugeburt, wer mehrmals das Stück ansehen will, erlebt jedes Mal wieder eine Premiere. Das einzige, das gleich bleibt, ist die warmherzige Bühnenpräsenz, das gezielte Herumblödeln und der clevere Charme von Magda Leeb.

Termine

Am 16. Jänner um 20 Uhr in der Kulisse Wien

und auf https://www.magdaleeb.com/termine/