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Analyse

Die zwei Rache-Botschaften des Iran

Ayatollah Ali Khamenei wiegelte seine Anhänger auf, beließ es aber vorerst bei einer limitierten Vergeltungsaktion für die Tötung Qasem Soleimanis.
Ayatollah Ali Khamenei wiegelte seine Anhänger auf, beließ es aber vorerst bei einer limitierten Vergeltungsaktion für die Tötung Qasem Soleimanis.APA/AFP/IRANIAN SUPREME LEADER'S
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Der Iran übt mit gezielten Raketenanschlägen Rache für die Liquidierung Qasem Soleimanis, will aber einen Krieg mit den USA vermeiden. US-Präsident Trump lässt sich alle Optionen offen.

Als die iranischen Raketen in Militärstützpunkten beim Nachbarn Irak einschlugen, waren in Teheran nicht nur die Militärplaner hellwach, sondern auch die Diplomaten. Auf der Luftwaffenbasis Al-Asad westlich von Bagdad und auf einem Stützpunkt in Erbil im Nordirak gingen in der Nacht zum Mittwoch insgesamt 15 Geschosse nieder – ein Vergeltungsschlag gegen die dort stationierten US-Truppen nach der Liquidierung des iranischen Generals Qasem Soleimani in der vorigen Woche.

Kurz nach dem Angriff meldete sich Mohammed Javad Zarif, der iranische Außenminister, zu Wort: Der Iran und die USA seien jetzt quitt, lautete seine Botschaft. Teheran wollte mit einer spektakulären Aktion gegen die USA das Gesicht wahren, ohne einen Krieg mit der Supermacht zu riskieren. Dass Teheran Adel Abdel-Mahdi, den irakischen Premier, vorgewarnt hat, spricht für eine Strategie der Deeskalation. US-Präsident Donald Trump reagierte in einem ersten Tweet jedenfalls gelassen: „All is well“ ("Alles ist gut"). Um 17 Uhr trat Trump schließlich selbst vor das Mikrofon. Es habe keine US- oder irakischen Opfer durch die iranischen Raketen gegeben. Trump appellierte an Deutschland, Frankreich und China endgültig Abstand zu nehmen vom Atomdeal, der dem Iran Milliarden Geld gebracht hätte, das dazu verwendet wurde, Terrorismus auszuüben. Er kündigte weitere Wirtschaftssanktionen an.

Einer von Trumps Verbündeten, der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham, hatte zuvor bereits die Richtung vorgegeben: "Meines Erachtens ist Vergeltung um der Vergeltung willen zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig", erklärte Graham am Mittwoch auf Twitter. "Es ist notwendig, unsere strategischen Ziele in Bezug auf den Iran auf einfache und entschiedene Weise darzulegen", meinte Graham.

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