Meghan und Harry sind bei den britischen Royal-Fans äußerst beliebt.
Megxit

Kein Verständnis für Prinz Harry und Meghans Rückzug

Das Paar will nicht mehr in der ersten Reihe des Königshauses stehen und mehr Zeit in Nordamerika verbringen. Für diesen überraschenden Schritt ernten Prinz Harry und seine Frau Meghan eine Menge Kritik.

Prinz Harry und seine Frau Meghan haben auf Instagram angekündigt, sich aus der ersten Reihe der britischen Königsfamilie zurückzuziehen. Mehrere Monate habe man darüber diskutiert und überlegt, heißt es auf dem „sussexroyal"-Account des Paares. Man wolle dieses Jahr nun eine neue „progressive“ Rolle im Königshaus erarbeiten. Herzog und Herzogin von Sussex wollen ihren Status als „senior members“ des Königshauses aufgeben, um zu arbeiten und finanziell unabhängig zu werden, wie es heißt - Queen Elizabeth II. genieße aber weiterhin die volle Unterstützung der beiden.

Das Paar wolle künftig auch mehr Zeit in Nordamerika verbringen. „Diese geografische Ausgewogenheit ermöglicht es uns, unseren Sohn für die königliche Tradition, in die er hineingeboren wurde, zu würdigen und gleichzeitig unserer Familie den Raum zu geben, sich auf das nächste Kapitel zu konzentrieren, einschließlich der Einführung unserer neuen gemeinnützigen Organisation", so Harry und Meghan. Details verrieten der Enkel der Queen und seine Frau allerdings nicht. Zu gegebener Zeit werde man Einzelheiten zu diesem Schritt mitteilen. 

Das britische Königshaus hat mit Verständnis auf die Ankündigung reagiert, gleichzeitig aber schwierige Gespräche angekündigt. "Wir verstehen ihren Wunsch, einen anderen Weg einzuschlagen", erklärte eine Sprecherin von Königin Elizabeth II. am Mittwochabend. Es handle sich jedoch um "komplizierte Fragen, die zu regeln Zeit braucht". Die Gespräche über die zukünftige Rolle des Paares stünden noch ganz am Anfang.

Was wussten die Queen und Prinz Charles?

Das Paar muss jetzt jedenfalls viel Kritik einstecken. Harry und Meghan hatten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nämlich zuvor nicht alle Royals über ihren Plan unterrichtet. Das soll zu Enttäuschung und Verärgerung in der Firma - wie sich die Königsfamilie selbst nennt - geführt haben. Selbst die 93-jährige Queen und ihr ältester Sohn Prinz Charles (71) seien nicht vorab über diesen Schritt informiert worden, berichtete die Zeitung "The Telegraph".

Elizabeth II. sei "am Boden zerstört", schrieb etwa der "Daily Telegraph". Die "Times" schrieb, Harrys Entscheidung trage "alle Zeichen des Egoismus und der Impulsivität, für die Prinz Harry heute traurigerweise bekannt ist". Bei der BBC hieß es, die Entscheidung habe beim Königshaus nicht nur Enttäuschung, sondern "Schmerz" verursacht. "Sie haben es nicht einmal der Queen gesagt", empörte sich der "Daily Mirror" und nannte die überraschende Ankündigung von Harry und Meghan "egoistisch".

Auf Instagram hagelte es viele böse Kommentare, die meist gegen die frühere US-Schauspielerin Meghan gerichtet waren. Die Royal-Expertin und Buchautorin Penny Junor nannte das Vorhaben des Paares "außergewöhnlich und nicht durchdacht". Harry und Meghan waren schon in den vergangenen Monaten immer stärker in die Kritik geraten. So war ihnen zum Beispiel vorgeworfen worden, dass sie zu sehr auf ihr Privatleben pochen.

In einem Interview während einer Afrika-Reise hatte Harry eingeräumt, dass er sich mit seinem Bruder William (37) auseinandergelebt habe. "Wir sind derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden." Bereits im Frühjahr waren Harry und Meghan aus dem Kensington-Palast in London, auf dessen Grundstück sie mit William und Kate gelebt hatten, ausgezogen. Sie wohnen seither in der Nähe der Queen in Windsor.

Es gab bereits viele Gerüchte, dass das Paar Großbritannien verlassen könnte. Allerdings tippten viele Royal-Experten auf den falschen Kontinent: Afrika. Sowohl Harry als auch Meghan hegen eine große Liebe für die Länder südlich der Sahara. Unter dem Sternenhimmel dort sollen sie sich näher gekommen sein.

Weihnachten ohne die Queen

Harry und Meghan hatten sich Ende des Jahres in einen mehrwöchigen Familienurlaub nach Kanada verabschiedet, wo Meghan sieben Jahre lang gelebt und für die US-Serie "Suits" gedreht hatte. Weihnachten feierten sie nicht wie üblich bei Queen Elizabeth II. auf dem Landsitz Sandringham, sondern verbrachten das Fest stattdessen mit Meghans Mutter Doria Ragland.

Das royale Paar klagt schon seit Längerem über eine "skrupellose Kampagne" der britischen Boulevardpresse. Vor allem Meghan wurde in der Vergangenheit von den Medien genau beobachtet. Deswegen reichte Prinz Harry Anfang Oktober Klage gegen zwei britische Zeitungsverlage ein. Mitarbeiter sollen illegal Mailbox-Nachrichten abgehört haben.

Fehlende Fotos als Botschaft?

Gerüchten zufolge soll die Monarchin sehr enttäuscht von ihrem Enkel und dessen Frau gewesen sein, dass sie über Weihnachten ins Ausland gefahren sind. Auffällig war daher, dass in der Weihnachtsansprache der Queen ein Bild der beiden auf ihrem Tisch fehlte. Stattdessen waren gerahmte Fotos von Elizabeths Vater, König George VI., ihrem Ehemann Philip, Prinz William und seiner Familie sowie Thronfolger Prinz Charles und Herzogin Camilla zu sehen. Es sei davon auszugehen, dass über jedes Bild "sorgfältig nachgedacht" wurde, schrieb die Zeitung "The Times".

Prinz Harrys geplanter Rückzug aus der Familie folgt auf den seines Onkels. Prinz Andrew, das dritte Kind der Königin, trat im November auf Druck der Öffentlichkeit von seinen royalen Pflichten zurück. Er verteidigte zuvor in einem Fernsehinterview sein Verhältnis zu dem verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Epstein, der sich im August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen haben soll, wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben. Auch gegen Andrew gibt es derlei Vorwürfe.

In den Fußstapfen von Edward VIII.

Prinz Harrys geplanter Rückzug aus dem Palast erinnert an eine alte Geschichte der Königsfamilie. Edward VIII. wurde im Jahr 1936 - wenige Monate nach seiner Thronbesteigung - noch zum Abdanken gezwungen, damit er die geschiedene US-Bürgerin Wallis Simpson heiraten konnte. Das Ereignis erschütterte die Nation.

Wallis Simpson galt in politischer, religiöser, sozialer und moralischer Hinsicht als inakzeptabel. Edward dankte ab, das Paar heiratete 1937 in einem französischen Schloss und lebte fortan im Pariser Exil. Ein Besuch bei Adolf Hitler in Deutschland im gleichen Jahr sorgte für Spekulationen, sie würden mit den Nazis sympathisieren. Bei Paris lebten sie im Exil.

Dass Edward sein persönliches Glück über sein Land stellte, galt als Pflichtverletzung. Sein Nachfolger und Bruder, König George VI., stellte den Dienst am Volk über alles, wie auch seine Tochter, die regierende Königin Elizabeth II.

 

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