Schnellauswahl
Personalia

Schredder-Affäre: Mitarbeiter kehrt ins Kanzleramt zurück

Logo der Firma Reisswolf, bei der das Schreddern stattfand.
Logo der Firma Reisswolf, bei der das Schreddern stattfand.(c) Herbert Neubauer, APA
  • Drucken
  • Kommentieren

Arno M. veranlasste die Vernichtung von fünf Festplatten - unter falschem Namen und ohne die Rechnung zu bezahlen. Nun soll er ins Kabinett Kurz zurückkehren.

Es war im Juli 2019, als die „Schredder-Affäre“ bekannt wurde. Jetzt, sechs Monate später, wird sie neuerlich zum Thema, genauer gesagt, ihr Protagonist. Denn, wie der „Standard“ am Donnerstag berichtet, kehrt Arno M. wieder ins Bundeskanzleramt zurück.

Der Reihe nach: Arno M. war einst bei der ÖVP-nahen Schülerunion politisch aktiv, wurde Landesschulsprecher, gehörte dem katholischen Cartellverband an. Bis vor einem halben Jahr war er Leiter der Social-Media-Abteilung des Bundeskanzleramts. Dann wurde ein Video publik, in dem M. zu sehen ist, wie er fünf Tage vor der Abwahl von Sebastian Kurz als Kanzler (Stichwort: Misstrauensantrag) die Firma „Reisswolf“ aufsuchte, um dort - unter der Angabe eines falschen Namens, aber einer korrekten Telefonnummer - fünf Festplatten des Kanzleramts vernichten zu lassen.

Da M. die Rechnung für diesen Vorgang zunächst nicht beglich, wurde er über die Telefonnummer ausfindig gemacht. Zudem erkannten ihn „Reisswolf“-Mitarbeiter, als er im Fernsehen neben Kurz zu sehen war.

Fortan war M. nicht mehr im Kanzleramt, sondern direkt bei der Volkspartei beschäftigt - eine Situation, die sich nun wieder ändern soll: Nach Recherchen des „Standard“ soll M. mittlerweile wieder Teil des Kabinetts von Sebastian Kurz sein. 

Kein Konnex zu „Ibiza“ 

Mutmaßungen, wonach das Schreddern etwas mit dem zuvor aufgekommenen „Ibiza-Video“ zu tun hat, das zum Rücktritt von Heinz-Christian Strache (FPÖ) als Vizekanzler und letztlich zum Ende der türkis-blauen Koalition im Bund geführt hatte, dementierte Übergangskanzlerin Brigitte Bierlein übrigens noch im Vorjahr. Es handle sich bei der Vernichtung von Festplatten um einen regulären Akt, allerdings werde dies in der Regel intern abgewickelt. Auch die Staatsanwaltschaft gab mittlerweile bekannt, dass die „Schredder-Affäre“ nicht in Zusammenhang mit der „Ibiza-Affäre" stehe.

>>> Bericht im „Standard“ 

(hell)