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Fenster: Sanierung und Tausch

Sanieren oder Tauschen? Ist das Holz in Ordnung, kann das Original weiterverwendet werden.
Sanieren oder Tauschen? Ist das Holz in Ordnung, kann das Original weiterverwendet werden.(c) Getty Images/iStockphoto (undefined undefined)
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Irgendwann kommen auch die besten Rahmen und Glasscheiben in die Jahre. Um die Energieeffizienz zu steigern, sollte man sich dann eine Sanierung oder einen Tausch überlegen. Was es dabei zu beachten gilt.

Sie ermöglichen Ein- und Ausblicke, lassen Licht ins Haus, prägen dessen äußeres Erscheinungsbild mit und sind ein wesentlicher Faktor bei der Energieeffizienz – Fenster haben viele Aufgaben zu erfüllen. Sind die Augen des Hauses irgendwann in die Jahre gekommen, stellt sich gerade in Hinblick auf das Thema Klimawandel die Frage: Sollen die alten Fenster saniert oder doch lieber gegen neue getauscht werden?

Kastenfenster sanieren: „Kastenfenster sind ein erhaltenswertes Kulturgut“, sagt Alexander Hagner vom Architekturbüro Gaupenraub. Sei der Holzrahmen in Ordnung, könne man beispielsweise bei den innen liegenden Fensterflügeln zu einer Zweifachverglasung greifen. „So hat man innen den Wärme- und außen den Witterungsschutz“, beschreibt der Architekt. Nur die Scheiben zu tauschen, davon hält Christian Klinger, Unternehmenssprecher und Miteigentümer des Fensterherstellers Internorm, eher wenig. Zum einen seien die modernen Standardscheiben dicker als früher und würden nicht in jeden Rahmen passen, zum anderen würde der Austausch der Scheiben möglicherweise mehr kosten als jener der ganzen Fenster.

Energiewert verbessern: „Ein Fenstertausch rechnet sich immer“, ist Klinger überzeugt. Denn allein dadurch kann der Wärmeverlust nach Angaben der Energie- und Umweltagentur NÖ (EnU) um 20 bis 25 Prozent reduziert werden. Neue Fenster würden sich angesichts des geringeren Heizbedarfs binnen fünf bis zehn Jahren rechnen, sagt Klinger. Er rät dazu, den Tausch der Fenster in ein Gesamtkonzept einzubetten und gleichzeitig auch Wände sowie die oberste Geschoßdecke zu dämmen. „So erzielt man den größten Effekt.“

Normen beachten: Damit das Potenzial neuer Fenster – die Bandbreite reicht vom Holz- oder Kunststoff- über Alu-Kunststoff- bis zum Alu-Holzfenster – tatsächlich ausgeschöpft werden kann, sollte man laut Andrea Kraft, Leiterin der Energieberatung NÖ in der EnU, Folgendes beachten: „Gute Fenster haben einen Gesamt-u-Wert von 0,8 bis 1,0“. Zudem sollte der Einbau normgerecht erfolgen, um Verluste durch unkontrollierten Lufttausch zu reduzieren. „Im Pfusch kommt es an der Schnittstelle zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk oft zu riesigen Kältebrücken“, weiß Klinger. Sind Fenster nicht fachgerecht eingebaut, werden nicht nur die Einspareffekte bei Heiz- beziehungsweise Kühlkosten verringert, sondern es steigen auch die Wartungskosten. Denn neue Fenster brauchen Pflege: Alle drei bis fünf Jahre sollten Klinger zufolge die beweglichen Teile geschmiert und Dichtungen ausgetauscht werden. Holzfenster müssen darüber hinaus regelmäßig gestrichen werden.

Sonnenschutz inkludieren: Noch etwas sollten Sanierungswillige bedenken: die Frage des Sonnenschutzes. „Die sommerliche Überhitzung der Räume ist bald ein wichtigeres Thema als der winterliche Energieverlust“, weiß Klinger. Dementsprechend würden sich die Kosten für eine Gebäudekühlung ebenfalls empfindlich niederschlagen. Vor allem Richtung Süden, Südosten und Südwesten gelegene Fenster sollten mit außen liegender Verschattung versehen werden. Ist dies beispielsweise aus rechtlichen Gründen nicht möglich, sorgen Verbundfenster, bei denen der Sonnenschutz zwischen den Scheiben integriert ist, für angenehme Kühle in den Räumen.

Richtig heizen und lüften: Doch gleichgültig, ob neue oder sanierte Fenster – über eines sollten sich die Bewohner im Klaren sein: dass dadurch das Haus dichter und die Wärmetransmission von drinnen nach draußen unterbunden wird. Mit der Folge, dass sich die Gefahr der Schimmelbildung erhöht, vor allem dann, wenn nicht richtig gelüftet wird. „Daher muss das Lüftungsverhalten angepasst werden“, so Kraft. Mindestens einmal, besser noch mehrmals pro Tag sollten die Fenster für mehrere Minuten komplett geöffnet, werden, um für entsprechenden Luftaustausch zu sorgen. Eine andere Möglichkeit sei, im Zuge einer Generalsanierung alle anderen Bauteile mit dem gleichen Wärmedurchgangswert zu ertüchtigen oder die Heizkörper an den richtigen Stellen zu montieren, sagt Hagner. „An den Außenwänden positionieren, wo es kälter ist“, erklärt der Architekt. Dadurch könne man ein zu starkes Gefälle zwischen kalten und warmen Flächen und die Gefahr der Schimmelbildung verringern.

Tipps

Investition. Neue Fenster sind eine durchaus sinnvolle Langzeitinvestition, kann damit doch der Wärmeverlust um bis zu 25 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig hat sich – auch dank des technologischen Fortschritts bei Rahmen und Gläsern – die Lebensdauer der Fenster verlängert: Lag sie früher bei 25 bis 30 Jahren, so sind es heute bis zu 40 Jahre.

Optik. Qualität allein reicht nicht: Bei den „Augen des Hauses“ an der passenden Optik zu sparen, um kurzfristig Geld zu sparen, kann die gesamte Fassade ruinieren und den Wert eines Hauses langfristig schmälern. Das gilt nicht nur für historische Häuser, sondern auch spätere Baustile haben ihre spezifischen Fensterproportionen, die nicht willkürlich verändert werden sollten.

Pflege. Um sich möglichst lang an neuen Fenstern erfreuen zu können, müssen sie regelmäßig gewartet werden: So sollten die beweglichen Teile alle drei bis fünf Jahre geschmiert werden. Auch Dichtungen gehören regelmäßig erneuert. Holzfensterrahmen benötigen darüber hinaus alle paar Jahre einen neuen Anstrich. Wie oft man das Glas reinigt, ist dagegen Geschmacksache.

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