Schnellauswahl
Brexit

Briten senken 2020 wohl die Zinsen

Schwächelt die Wirtschaft, wird es zu „relativ schneller“ Reaktion kommen.

London. Der Brexit naht – und die britische Notenbank stimmt die Investoren auf die Möglichkeit einer Zinssenkung im heurigen Jahr ein. Auf einer Konferenz der Bank of England (BoE) stellte deren Chef, Mark Carney, eine „relativ schnelle“ Reaktion der Währungshüter in Aussicht, falls sich eine anhaltende Schwäche der Wirtschaft abzeichnen sollte.

Zugleich verwies er aber auf den relativ begrenzten Spielraum beim Leitzins, der derzeit bei 0,75 Prozent liegt. Doch hat die Notenbank laut Carney noch mehr Munition, um gegen einen Abschwung zu kämpfen: Er rechnet dazu neben dem klassischen zinspolitischen Arsenal auch etwaige Wertpapierkäufe in großem Stil, was insgesamt der Feuerkraft einer Zinssenkung um 2,5 Prozentpunkte entsprechen würde.

Das Pfund Sterling verlor nach den Äußerungen Carneys jeweils etwa ein halbes Prozent auf rund 1,30 Dollar und 1,17 Euro. Damit summiert sich das Minus seit dem Wahlsieg von Premierminister Boris Johnson im Dezember auf rund zwei Prozent.

Bei den Zinssitzungen im November und Dezember hatte die BoE entschieden, den Zinssatz beizubehalten – doch zwei von neun Währungshütern votierten für eine Senkung. Die Märkte glauben zwar nicht, dass es bereits Ende Jänner zu einem Zinsschritt kommt, doch Ende Juni halten sie eine Reaktion für durchaus wahrscheinlich. Carney ist nur noch bis 15. März im Amt. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.01.2020)