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Oh, Harry! Blicke durchs royale Schlüsselloch

Emanzipierte Prinzessin: Naomi Watts als „Diana“ im Film von Oliver Hirschbiegel.Ecosse Films
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Die Windsors sind nicht nur in der Serie „The Crown“ präsent, sondern allgegenwärtig in Fiction und Dokumentationen. In einer schrägen Comedy wird Prinz Harry gar von einer Pariserin gekapert.

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Diana in her own words

Von Tom Jennings, 2017
Zu sehen auf Netflix

Ob auf Youtube, im TV oder auf Streaming-Kanälen, auch 23 Jahre nach ihrem Tod ist Lady Diana stark präsent. Ihre einst mitunter naiv scheinenden sozialen und freisinnigen Ansichten könnten nun mehr Gewicht bekommen. Denn sie leben fort in ihren Söhnen, William und Harry. Tom Jennings zeigt in seiner Doku viele Fotos, lässt aber auch die Prinzessin selbst zu Wort kommen, die in ihrem letzten Interview mit dem Journalisten Martin Bashir 1995 für die BBC sehr offen über Gatte Prinz Charles und ihre Rivalin Camilla sprach: „Wir waren zu dritt in dieser Ehe. Dadurch war es etwas überfüllt.“ Von wegen Shy Di, wie die Boulevard-Presse die Lifestyle-Ikone nannte. Die Kindheit der Lady Diana Spencer, die aus altem englischen Adel stammte, war unglücklich, wie sie erzählt. Ihre erste Erinnerung war, dass ihr Vater ihrer Mutter eine Ohrfeige gab. Die Liaison mit Prinz Charles begann ernüchternd. „Er sagte, ich solle mich setzen und fragte mich, ob ich ihn heiraten wolle“ erzählt Diana. Nach der Märchenhochzeit 1981 wurde das Paar ständig von Fotografen verfolgt. Diana wurde u. a. beschuldigt, Charles das Jagen und Schießen zu verbieten. Die ewige Hatz der Medien ist auch jetzt ein Grund, warum Harry und Meghan ihren Rückzug anstreben.

 

Diana – in ihren letzten Jahren

Von Oliver Hirschbiegel, 2013
Zu sehen auf Netflix

Arge Verrisse erntete dieses Biopic Oliver Hirschbiegels über Lady Dianas letzte Lebensjahre. Vor allem in England, wo Kritiker fanden, die Prinzessin sei durch den Film „zum zweiten Mal eines grausamen Todes gestorben“ („The Guardian“). Tatsächlich zeigt „Diana“ (mit Naomi Watts), wie die junge Frau ihre Ehekatastrophe charmant, energiegeladen und selbstbewusst überwindet. Diana ist hier kein Opfer wie sonst oft in der öffentlichen Wahrnehmung. Sie verliebt sich in den britisch-pakistanischen Arzt Hasnat Khan, der mit dem Rummel um ihre Person nicht zurecht kommt. Nach Hirschbiegel und der Buchautorin Kate Snell war Khan der wichtige Partner, nicht Dianas Gefährte im Tod, Dodi Al-Fayed.

 

The Queen

Von Stephen Frears, 2007
Zu sehen auf Netflix und Amazon

Quasi die Mutter aller Fiction über die Royals in neuerer Zeit ist „The Queen“, mit der wunderbaren Hellen Mirren in der Hauptrolle. Der Film führt sogar ins Schlafzimmer von Königin Elizabeth II. Aber keine Sorge, die Dame ruht auch zwischen Kissen stets ordentlich frisiert. Und sie fällt nicht aus der Rolle, als sie die Nachricht erhält, dass ihre schwierige Schwiegertochter Diana bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Nach einem Drehbuch von Ober-Royal-Watcher Peter Morgan, der auch die Netflix-Serie „The Crown“ entwickelte, erlebt der Zuschauer die Turbulenzen der Windsors in mildem Licht. Elizabeths Kühle wandelt sich in Mitgefühl. Übrigens: „The Crown“ ist bei Staffel drei angelangt, Staffel vier soll heuer folgen.

 

Die Windsors

Parodieserie, seit 2016
Zu sehen auf Netflix

Was fällt Ihnen als Erstes ein bei britischem Humor? „Die Muppets“ oder „Monty Python“? Die Sitcom „Die Windsors“ hat etwas von beiden Shows. Wir sehen Prinz Charles beim Malen, er porträtiert sich als Zeus. Auf die spöttische Frage seiner Angetrauten Camilla, was er denn als Gottvater machen würde, erwidert er: „Ich erschieße sie alle!“ Wen? Die britischen Architekten! Der stockkonservative echte Prinz Charles führte eine Zeit lang einen kuriosen Feldzug gegen zeitgenössische Baukunst. Und er ist wie sein Vater, Philip, ein Naturfreund. Im Park hat der Satire-Charles peruanische Eidechsen angesiedelt, damit auf Spritzmittel gegen Blattläuse verzichtet werden kann. Eine Eidechse hat Camilla in die Hand gebissen, die sauer ist, weil sie im Garten von Clarence House, wo das hohe Paar lebt, nicht mehr in Ruhe ihren Wodka trinken kann. „The Windsors“ zeichnet das Leben der königlichen Familie zwischen Fauxpas (Pippa! Harry!), häuslichem Hickhack und dem Streit der Paare untereinander. Besetzt ist die heiter-bissige Parodieserie, in der jeder Satz als Gag angelegt ist, teilweise mit namhaften britischen Künstlern wie dem Komiker Harry Enfield als Charles und Haydn Gwynne als dominante, maskuline Camilla im Dragqueen-Stil.

 

The Royals

Serie Von Mark Schwahn, 2015-2018
Zu sehen auf Amazon

Seichteste Unterhaltung, fand die Kritik, biete diese US-Serie von Mark Schwahn, der aufgrund von Vorwürfen wegen sexueller Belästigung nach dem Ende der Dreharbeiten der vierten Staffel entlassen wurde. Warum man sich dieses krasse Spektakel um eine fiktive britische Königsfamilie mit „Hamlet“-Touch und mit Elizabeth Hurley als Königin Helena (die wohl nicht zufällig der Duchess of Cambridge, ehemals Kate Middleton, ähnlich sieht) überhaupt anschauen soll? Um zu erfahren, wie weit Verunglimpfung gehen kann, bevor es weh tut. Als Galionsfigur dieser wüsten Soap dient immerhin das begnadete „Biest“ Joan Collins („Der Denver-Clan“). Trotzdem: Shocking!

 

The Royal House of Windsor

Dokuserie von Channel 4
Zu sehen auf Netflix

Anders als die Habsburger sind die Windsors eine junge Dynastie, die erst mit der derzeitigen Regentin, Elizabeth II., aufblühte. Vorher gab es Pleiten, Pech und Pannen. Diese durchleuchten Historiker, Royal-Watcher bereiten sie liebevoll auf. Dabei ist auch viel über jüngere Geschichte zu erfahren, und wen der pathetische Ton nicht stört, der wird diese bildmächtige Propaganda-Doku mögen.

 

Harry me!

Von Éloïse Lang und Noémie Saglio, 2015
Zu sehen auf Amazon

Die Pariserin Camille hat es satt zu arbeiten und hält Ausschau nach einem reichen Mann. Als ihr Prinz Harry empfohlen wird, lässt sie nichts unversucht, an ihn heranzukommen. Sie verkleidet sich als mondäne Lady und kapert einen Corgi, den Lieblingshund der Queen, obwohl ihr vor dem stinkenden Vieh graust. Die britischen Royals werden in dieser grellen Comedy mit dem Untertitel „The Royal Bitch of Buckingham“ französisch, frivol und frech auseinander genommen.

 

The King's Speech

Von Tom Hooper, 2010
Zu sehen auf Netflix

Very British und mit Publikumsliebling Colin Firth in der Titelrolle: König George VI., Vater von Elizabeth II., besteigt nur widerwillig den Thron, nachdem sein Bruder sich in eine geschiedene Amerikanerin verliebte und abdanken musste. George stottert. Ehefrau Elizabeth (Helena Bonham Carter) engagiert einen Sprachtherapeuten (Oscarpreisträger Geoffrey Rush, auch bekannt aus „Fluch der Karibik“). Feines Kammerspiel, das auch im Theater zu sehen war – in den Kammerspielen.

 

Victoria, die junge Königin

Von Jean-Marc Vallée, 2009
Zu sehen auf Amazon

Königin Victoria, die ein Image als machtvolle Matrone hat, war auch einmal ein leidenschaftliches, romantisches Mädchen: Emily Blunt spielt die junge Victoria, die, ähnlich wie Elizabeth, in jungen Jahren Königin wird und sich in den attraktiven Albert, Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha, verliebt. Was als Hofintrige eingefädelt wurde und den Machtkampf der Parteien um den Einfluss auf die Monarchin zeigt, wird zur echten Lovestory. Albert rettet Victoria bei einem Attentatsversuch das Leben. Der Film zeigt, wie Victoria und Elizabeth II. ähnliche Wege gehen – und erfreut das Auge, sofern man Pomp und schwelgerisch ausgemalte Historie mag. An das soziale Gefälle, das vermutlich jede Monarchie mit sich bringt bzw. verstärkt oder einzementiert, darf man nicht denken.

 

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