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Leitartikel

Die Kollateralschäden eines fatalen Schattenkriegs

Die Flugzeugkatastrophe in Teheran könnte ein Fanal für eine Entspannung in Nahost sein. Das Mullah-Regime ist kleinlaut, es steht unter Schock.

Der Anfangsverdacht, der sich vielen schon am Mittwoch instinktiv aufgedrängt hat, hat sich bestätigt. Dass es beim Absturz der ukrainischen Passagiermaschine PS 752 von Teheran nach Kiew nur wenige Stunden nach iranischen Vergeltungsschlägen gegen US-Militärbasen im Irak nicht mit rechten Dingen zugegangen sein konnte, ist kein Konstrukt von Verschwörungstheoretikern. Am Samstag räumte der Iran den versehentlichen Abschuss des ukrainischen Passagierflugzeugs ein.

Nicht ohne Grund war Justin Trudeau schon am Donnerstag an die Öffentlichkeit getreten. Kanadas Premier berief sich auf Geheimdienstinformationen, die mutmaßlich die US-Nachrichtendienste geliefert hatten: Satellitenaufnahmen von zwei iranischen Raketen russischer Herkunft und abgehörte Gespräche im Iran. Die Parallelen zum irrtümlichen Abschuss einer Verkehrsmaschine über der Ostukraine im Juli 2014 sind unübersehbar.

Bemerkenswert ist, wie geradezu behutsam Donald Trump zunächst die Tragödie behandelte. Der US-Präsident sprach lediglich vom Verdacht eines Abschusses und von einem „Fehler auf der anderen Seite“ statt zu schwadronieren und die Kriegsstimmung zwischen den Erzfeinden USA und Iran weiter zu schüren. Es mutet an wie eine rhetorische Abrüstung eines Mannes, der sonst aus der Hüfte zu schießen pflegt.

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