Schnellauswahl
Spectrum

„Wie lebt ihr Neger denn so?“

Vater des afroamerikanischen sozialen Realismus. Richard Wright, 1908–1960.
Vater des afroamerikanischen sozialen Realismus. Richard Wright, 1908–1960.(c) Hulton Archive

„Sohn dieses Landes“ erschien 1940. Richard Wright führt in diesem Roman – nun erstmals ungekürzt auf Deutsch – drastisch die Abstiegsspirale vor Augen, in die ein junger Schwarzer in den von Armut und Rassentrennung geprägten USA geraten kann.

Richard Wright wurde 1908 auf einer Plantage bei Natchez, Mississippi, geboren. Da seine Mutter schwer erkrankte, wuchs er großteils bei Verwandten auf. Mit sechzehn Jahren schloss er die Highschool als Jahrgangsbester ab und publizierte seine erste Erzählung. Als Neunzehnjähriger verließ er den Süden und zog nach Chicago, wo er sich als Straßenfeger, Tellerwäscher und Postangestellter seinen Lebensunterhalt verdiente. Er schrieb zunächst vorwiegend Essays, Kurzgeschichten und Gedichte. Es entstanden Kontakte zur Kommunistischen Partei, in deren Zeitungen er immer wieder preisgekrönte Gedichte und Artikel veröffentlichte. Seit 1941 mit einer Kommunistin verheiratet, zog das Paar mit seinen beiden Töchtern 1956 nach Paris, wo Wright mit Sartre, Simone de Beauvoir und Gertrude Stein Umgang hatte. Bald schwer erkrankt, starb er bereits 1960 an einem Herzinfarkt.