Proteste der Bevölkerung gegen Vetternwirtschaft und Bestechung beeindrucken die hochgradig korrupte politische Kaste nur wenig. Bei Verurteilungen fallen die Strafen meist gering aus.

Korruption – Kroatiens größte Plage

Zehn Jahre nach der Verhaftung von Ex-Premier Sanader ist Vetternwirtschaft noch immer das größte Entwicklungshemmnis des EU-Neulings, der seit Jahresbeginn den Ratsvorsitz innehat.

Kroatiens Präsidentenkür ist geschlagen, doch die Wahlmission von Dario Juričan noch keineswegs beendet. „Korruption für alle“, forderten die Plakate des Dokumentarfilmers, mit denen der Spaßkandidat in dieser Woche vor die Zagreber Holding (ZGH) zog – das als Futtertrog der Politik verrufene Konglomerat der kommunalen Betriebe der Hauptstadt. Die ZGH sei „nicht korrupt genug“, verkündete Juričan, der als selbst erklärter Doppelgänger von Zagrebs kontroversem Bürgermeister, Milan Bandić, bei der Präsidentschaftswahl auf 4,6 Prozent der Stimmen kam: „Ich rufe Kriminelle und alle anderen dazu auf, ihren Anteil an der ZGH zu übernehmen!“