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Luxusauktion

Für eine Birkin Bag nach Monaco

Zu den Toplosen der Auktion am 16. 1. gehört die Herm`es „Birkin 30“ aus Krokodilleder. Der Schätzpreis beträgt 20.000 bis 30.000 Euro.
Zu den Toplosen der Auktion am 16. 1. gehört die Herm`es „Birkin 30“ aus Krokodilleder. Der Schätzpreis beträgt 20.000 bis 30.000 Euro.Artcurial
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Artcurial versteigert im Jänner in Monaco Uhren, Schmuck und Hermès-Taschen.

Die teuersten Handtaschen der Welt stammen aus dem Hause Hermès. Die Kelly Bag und die Birkin Bag werden ausschließlich auf Bestellung und in Handarbeit gefertigt. Die Kelly Bag, die ihren Ursprung in der Satteltasche nahm und unter dem Namen „Petit Sac Haut à Courroies“ 1935 auf den Markt kam, verdankt den berühmten Namen der Schauspielerin und späteren Fürstin von Monaco Gracia Patricia. Sie soll 1956 bei einem Besuch mit ihrem Mann in den USA ihre Schwangerschaft mithilfe der Tasche, die sie sich vor den Bauch hielt, versteckt haben. Die Birkin Bag wiederum wurde angeblich nach Vorgaben der britischen Schauspielerin Jane Birkin entworfen. Letztere hält mit 382.000 Dollar auch den Auktionsweltrekord, erzielt 2017 von Christie's in Hongkong. Ein eingefleischter Fan ist übrigens Victoria Beckham, die angeblich 100 Birkin Bags im Wert von 1,7 Millionen Euro besitzt. Die Kelly Bag hat es bisher nur auf fünfstellige Zuschläge gebracht. Dafür befindet sich das Original im Londoner Victoria & Albert Museum.

Luxusware. Die nächste Chance auf eine dieser glamourösen Taschen besteht kommende Woche in Monaco, wo das französische Auktionshaus Artcurial traditionell zum Jahresauftakt ihre „Schmuck, Uhren, Hermès Winter Collection“-Auktionen veranstaltet, die heuer vom 14. bis 16. Jänner im altehrwürdigen Hotel Hermitage stattfinden. Das Haus macht diese Luxusauktionen zwei Mal pro Jahr im Jänner und im Juli. Bei diesen beiden Terminen spielt Artcurial rund 20 Millionen Euro ein.

Monaco ist das perfekte Pflaster, um Luxusware an Superreiche zu verklopfen. Wo, wenn nicht hier, kann man eine eigene Auktion machen, die ausschließlich Vintage-Hermès-Taschen gewidmet wird. Bei den Auktionen in Monaco wird nur die beste Ware von den bedeutendsten Marken angeboten. Während Artcurial in Paris in den Modeauktionen auch andere Marken anbietet, gibt es in Monaco aus Imagegründen nur Hermès. Zu den diesjährigen Spitzenlosen gehören zwei Birkin Bags: Die „Sac Birkin 30“ aus Krokodilleder in Rot wird auf 20.000 bis 30.000 Euro geschätzt, und die blaue „Mykonos“ in Straußenleder, die 15.000 bis 25.000 Euro bringen soll.

Eröffnet werden die Auktionstage am 14. Jänner mit Uhren. Zu den Spitzenlosen gehört eine seltene Audemars Piguet „Royal Oak“. Es ist eines der letzten 39-mm-Modelle, von der nur 1000 Stück produziert wurden. Der Schätzpreis beträgt 40.000 bis 60.000 Euro. Die erste Audemars Piguet „Royal Oak“ wurde übrigens von Gérald Genta entworfen, der auch die Patek Philippe „Nautilus“, die IWC „Ingenieur“ oder die „Bulgari Bulgari“ kreierte. Heute ist die „Royal Oak“ die wichtigste Uhrenlinie aus dem Hause Piguet. Das zweite Toplos ist die Taucheruhr schlechthin, eine marktfrische Rolex „Submariner ref. 5513„, die 80.000 bis 120.000 Euro wert sein soll. 1953 brachte Rolex die erste „Submariner“ auf den Markt. Seither ist sie eine der beliebtesten und leider auch oft gefälschten Uhren der Welt. Übrigens werden Damenuhren unter dem Titel „Le Temps est Féminin“ am 16. Jänner ebenfalls eine eigene Auktion gewidmet.

Der 15. Jänner ist dem Schmuck vorbehalten. Auch hier unterscheidet sich das Angebot. So wird in Monaco noch großer Schmuck mit wertvollen Steinen getragen. In Paris wird charmanter, stylisher Schmuck bevorzugt. Zu den Höhepunkten gehört eine Eisvogelbrosche von Cartier, die auf 12.000 bis 15.000 Euro taxiert ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2020)