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Handel

Shoppingcenter haben wenig Zukunft

Jugendliche zieht es nicht mehr in die großen Shoppingcenter am Stadtrand.
Jugendliche zieht es nicht mehr in die großen Shoppingcenter am Stadtrand.(c) imago stock&people

Jugendliche zieht es nicht mehr in die großen Shoppingcenter am Stadtrand. Viel lieber genießen sie das Innenstadtflair.

Man kann es ganz unemotional sehen: Ein Geschäft, sei es ein Supermarkt, ein kleiner Buchladen, ein großes Möbelhaus oder ein Store für Sportbekleidung, ist nichts anderes als ein Ort, wo Ware verkauft wird.

Diese Formel galt jedenfalls für die vergangenen Jahrzehnte beziehungsweise Jahrhunderte. E-Commerce hat die Gleichung außer Kraft gesetzt und zu einer Disruption des stationären Handels geführt. Waren werden längst anders verteilt, nämlich den Kunden kurz nach der Bestellung nach Hause geliefert. Das hat die stationären Einzelhändler massiv unter Druck gesetzt. Sie sind auf der Suche, wie der ideale Mix zwischen Online und Offline aussehen soll. In jede Branche ist er anders, ein Rezept gibt es nicht.

Weniger, dafür größere Geschäfte. Eines zeigen die Zahlen jedenfalls: Es werden heute bei Weitem nicht mehr so viele Verkaufsflächen benötigt, wie das noch vor einigen Jahren der Fall war. 2010 hatte beispielsweise Inditex, der größte Textilkonzern der Welt, zu dem Fast-Fashion-Marken wie Zara, Massimo Dutti, Bershka oder Pull&Bear gehören, in Großbritannien über 300 Läden über das Land verstreut. Heute sind es nur mehr fünfzig. Inditex hat nämlich entschieden, sich auf wenigere, aber große Verkaufsflächen in guter Lage zu fokussieren. Dort kann der Konzern seinen Kunden das volle Sortiment präsentieren, das auch der Online-Shop anbietet. Deshalb haben kleine Geschäftseinheiten für Inditex – wie für viele andere Handelsketten – nur mehr wenig Sinn.