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Queen zitiert Familie zur Krisensitzung auf das Land

Die Queen auf dem Weg zur Krisensitzung.
Die Queen auf dem Weg zur Krisensitzung.imago images/Paul Marriott

In Abwesenheit von Herzogin Meghan soll die Zukunft des jungen Paares auf dem Landgut Sandringham besprochen werden.

Krisensitzung in idyllischer Umgebung: Queen Elizabeth II. (93) hat nach Medienberichten mehrere Familienmitglieder zum Gespräch auf ihrem Landgut Sandringham einberufen. Das Treffen der britischen Royals soll am Montag stattfinden, wie am Samstagabend unter anderem die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Kreise des Königshauses berichtete.

Der Anlass: die Ankündigung von Prinz Harry (35) und Herzogin Meghan (38), von ihrer Rolle als "Senior Royals" zurückzutreten. Der Herzog und die Herzogin von Sussex wollen auch "finanziell unabhängig" werden und künftig mehr Zeit in Nordamerika verbringen, wo Meghan aufgewachsen ist. Derzeit hält sich Meghan in Kanada auf und soll sich möglicherweise telefonisch zu dem Treffen zuschalten. Auf dem Landsitz in der ostenglischen Grafschaft Norfolk sollen neben Harry auch Thronfolger Prinz Charles (71) und sein älterer Sohn Prinz William (37) sowie die Privatsekretäre der drei Royals teilnehmen.

In der Long Library soll es laut „Daily Mail“ zum Showdown beziehungsweise zur Aussprache und Klärung kommen. Die Bibliothek soll sich neben dem Billardzimmer befinden und weit genug von anderen Räumen entfernt sein, um die größtmögliche Privatsphäre sicherzustellen, so die britische Zeitung weiter. Die Gespräche sollen laut Insidern um 14 Uhr beginnen. Queen Elizabeth II, die in der Diskussion auch als Ruhepol auftreten soll, verbringt den ganzen Jänner auf dem Landsitz in Norfolk ihre Winterferien. Normalerweise werden hier wöchentliche Jagdveranstaltungen abgehalten.

Der angekündigte Rückzug des royalen Glamour-Paares hatte in Großbritannien für erheblichen Wirbel gesorgt. Der Schritt war nicht mit der Königsfamilie abgestimmt und soll dort für viel Enttäuschung und Ärger gesorgt haben. Unklar ist, was genau die Folge sein wird, denn die beiden wollen sich nicht komplett von den Royals lossagen.

„Wir sind getrennte Einheiten"

Dennoch ist Harrys großer Bruder William nach einem Bericht der "Sunday Times" traurig über die Entwicklung. "Ich habe mein Leben lang den Arm um meinen Bruder gelegt, und das kann ich nicht mehr tun, wir sind getrennte Einheiten", soll der Prinz nach Angaben eines Freundes gesagt haben. Enttäuschung, aber auch Verständnis zeigten am Sonntag Anhänger des Königshauses, die in Norfolk in der Nähe der Kirche warteten, wo die Queen zum Gottesdienst erwartet wurde.

Den Berichten zufolge sollen mehrere Optionen bei dem Treffen diskutiert werden. Dabei soll es unter anderem um die Frage gehen, wie künftig für die Sicherheit von Harry und Meghan und ihrem acht Monate alten Sohn Archie gesorgt werden soll, wenn sie sich in Nordamerika aufhalten. Geklärt werden muss auch, bei welchen Anlässen das Paar noch öffentlich für die Royals auftreten wird. Auf die Anrede "Königliche Hoheit" müssen die beiden den Berichten zufolge möglicherweise in Zukunft verzichten.

Auch das Thema Geld wird wohl auf den Tisch kommen: Harry erhält laut BBC von seinem Vater Charles jedes Jahr mehrere Millionen Pfund. Das Königshaus dürfte sehr genau darauf achten, auf welche Weise er in Zukunft ein eigenes Einkommen generieren will.

Aus Palastkreisen hieß es, die Queen wolle innerhalb von Tagen eine umsetzbare Lösung für die beiden finden. Laut "Telegraph" soll noch vor dem nächsten öffentlichen Auftritt Harrys am Donnerstag eine Entscheidung her.

In den Fußstapfen von Edward VIII.


Prinz Harrys geplanter Rückzug aus dem Palast erinnert an eine alte Geschichte der Königsfamilie. Edward VIII. wurde im Jahr 1936 - wenige Monate nach seiner Thronbesteigung - noch zum Abdanken gezwungen, damit er die geschiedene US-Bürgerin Wallis Simpson heiraten konnte. Das Ereignis erschütterte die Nation.

Wallis Simpson galt in politischer, religiöser, sozialer und moralischer Hinsicht als inakzeptabel. Edward dankte ab, das Paar heiratete 1937 in einem französischen Schloss und lebte fortan im Pariser Exil. Ein Besuch bei Adolf Hitler in Deutschland im gleichen Jahr sorgte für Spekulationen, sie würden mit den Nazis sympathisieren.

Dass Edward sein persönliches Glück über sein Land stellte, galt als Pflichtverletzung. Sein Nachfolger und Bruder, König George VI., stellte den Dienst am Volk über alles, wie auch seine Tochter, die regierende Königin Elizabeth II.

(APA/DPA/Red.)