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Staatsoper

Ein Schwanenritter aus Glanz und Wonne

(c) Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Piotr Beczała bestand seinen ersten Wiener Lohengrin am Sonntag mit Bravour.

Eine gesangliche, stilistische und darstellerische Glanzleistung, wie sie in der verrückten Welt der Oper nicht alle Tage passieren kann: Piotr Beczała, der allen Unkenrufen und Gerüchten zum Trotz am Sonntag in der Staatsoper antreten konnte, bestand seinen ersten Wiener Lohengrin mit Bravour. Wahrscheinlich zählt es zum Schwersten auf der Bühne, dass alles so einfach, so selbstverständlich und natürlich abläuft, wirkt und gelingt wie bei ihm. Mit dem lyrischen Unterton verfügt die kostbare Stimme über Durchschlagskraft und fesselnde Präsenz und gibt dem Schwanenritter Kontur und Format: Dieser kommt tatsächlich aus Glanz und Wonne. Makellos sind sein Deutsch wie seine Diktion, gefühlvoll-virtuos die Phrasierung sowie das Singen auf Linie, andrerseits ist er dem italienischen Stil verpflichtet, wie es Wagner für dieses Stück gefordert hat: Beczałas weithin anerkannter Lohengrin (auch in Bayreuth als Einspringer für einen Kollegen, der den Text nicht erlernen konnte) ist auch für Wien ein großer Gewinn. Er steht damit in der Reihe von Konya, Windgassen und Domingo. Am Donnerstag hatte er sich noch krankmelden müssen, ließ sich am Sonntag ansagen (wohl um die eigenen Nerven zu beruhigen) und hielt dank Disziplin und sängerischer Intelligenz beeindruckend durch.