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"Meghxit"

Royaler Showdown in Schloss Sandringham

Queen Elizabeth II, Herzogin Meghan, Prinz Harry und Prinz William (Archivbild, Juli 2018).
Queen Elizabeth II, Herzogin Meghan, Prinz Harry und Prinz William (Archivbild, Juli 2018).(c) Getty Images (WPA Pool)
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Die Queen zitiert ihre Enkel und ihren Sohn zum Krisengipfel. Eine neue Rolle für Prinz Harry, der in der Vorwoche seinen Rückzug aus der ersten Reihe der Royals bekannt gab, wird nicht so einfach zu finden sein.

London. Die Queen ließ weder Zweifel über ihren Ärger noch ihre Entschlossenheit aufkommen. „Mit Tempo“ verlangte sie eine Lösung für die Situation, die durch den angekündigten Teilrückzug ihres Enkels Prinz Harry und dessen Frau, Meghan Markle, von ihren königlichen Verpflichtungen entstanden war. Zu diesem Zweck zitierte sie am Montag ihren Sohn Charles und die Enkel William und Harry in ihren Wintersitz nach Sandringham in der Grafschaft Norfolk. Zugeschaltet war auch Meghan aus Kanada, wo das Paar in Zukunft einen Gutteil seiner Zeit verbringen will.

Von einer baldigen Einigung war freilich nicht auszugehen: „Das wird dauern“, meinte ein Palast-Insider. Denn tatsächlich gibt es eine Reihe konkreter Fragen zu klären. „Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass man das mit einem Schlag lösen kann“, sagte etwa Rhiannon Mills, „Royal Watcher“ des TV-Senders Sky. Selbst wenn es eine rasche Einigung gebe, werde die Umsetzung Zeit brauchen.

Es steht zu viel auf dem Spiel, als dass man das mit einem Schlag lösen kann.

Rhiannon Mills, „Royal Watcher“ des TV-Senders Sky

Wird der Geldhahn abgedreht?

Aus dem Statement von Harry und Meghan in der Vorwoche waren viele Fragen hervorgegangen: Die beiden hatten erklärt, sie wollten einen Teil des Jahres in Kanada wohnen und „darauf hinarbeiten, künftig finanziell unabhängig zu sein“. Bisher werden sie mit Millionen vom Steuerzahler und Prinz Charles alimentiert. Wird der Geldhahn nun abgedreht? Wenn ja, wie rasch?

Auf welcher Grundlage die finanzielle Unabhängigkeit beruhen soll, war vorerst gleichfalls unklar. Meghan kann immerhin auf eine erfolgreiche Karriere als Schauspielerin zurückblicken. Für eine Episode der Netflix-Serie „Suits“ soll sie 45.000 Dollar bekommen haben. Deutlich mehr als Harry, dessen Ausbildung damit endete, für die britischen Luftstreitkräfte Hubschrauber zu fliegen.

Schon Ende vergangenen Jahres ließen sie unter Verwendung ihres Adelstitels die Marke „Royal Sussex“ schützen. Aber nun Waren von Marmelade bis Badematten und von Teedosen bis Unterhosen mit herrschaftlichem Wappen zu verscherbeln werden weder Harry und Meghan als ihr Ziel noch das übrige Königshaus als würdig erachten können.

In diesem Fall stünde wohl auch der Titel Königliche Hoheit zur Disposition. Der Teilrückzug in der Vorwoche hat demonstriert, dass Harry und Meghan nicht so weit gehen wollen wie einst Mutter Diana nach der Scheidung von Prinz Charles, die sich für ihre Freiheit von der Prinzessin zur Lady zurückstufen ließ.

Ein vergleichbares Debakel wollen beide Seiten um jeden Preis vermeiden. Die beiden entfremdeten Prinzen ließen am Montag sogar gemeinsam einen Zeitungsartikel dementieren, wonach es William gewesen sei, der seinen Bruder, Harry, aus dem Königshaus gemobbt hätte. Als „Falschmeldung über ihre Beziehung“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2020)

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