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Zwischenbilanz

Mehr Gewinn für Agrana dank teurem Bioethanol

Der Frucht-, Zucker- und Stärkekonzern Agrana hat in den ersten drei Quartalen das operative Ergebnis um knapp zehn Prozent verbessert. Agrana-Großaktionär Südzucker hingegen ist die roten Zahlen gerutscht.

Der börsennotierte Frucht-, Zucker- und Stärkekonzern Agrana profitiert von hohen Preisen für Bioethanol. Die Gruppe hat nach neun Monaten des schiefen Geschäftsjahres 2019/20 einen höheren Umsatz und Gewinn als in der Vorjahresperiode ausgewiesen. Auch für das Gesamtjahr sagt das Unternehmen einen deutlichen Anstieg des operativen Gewinns (Ebit) und ein leichtes Plus beim Umsatz voraus.

"Das Segment Stärke profitierte vom hohen Preisniveau bei Bioethanol und sorgte mit seiner Ebit-Steigerung für die verbesserte Ergebnisentwicklung in der Gruppe gegenüber dem Vorjahr", teilte Vorstandsvorsitzender Johann Marihart am Dienstag in einer Aussendung mit. Der Umsatz des Segments Stärke, zu dem die Bioethanolproduktion gehört, legte im Vergleich zur Vorjahresperiode um 7,2 Prozent auf 606,9 Millionen Euro zu - das Ebit erhöhte sich von 36,9 auf 57,3 Millionen Euro.

Im Bereich Frucht blieb der Umsatz stabil und belief sich auf 889,3 Millionen Euro. Das Ebit fiel allerdings um ein Viertel auf 45,9 Millionen Euro. Vor allem die Fruchtzubereitungen liefen schlecht. Der Umsatz mit Zucker ging in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres um 5,8 Prozent auf 383,2 Mio. Euro zurück. Niedrigere Zuckerverkaufsmengen führten dazu. Der operative Verlust aus diesem Geschäftsfeld verringerte sich geringfügig  auf 33,4 Millionen Euro. Eine zu geringe Rübenernte führte zu "erheblichen" Leerkosten, so Agrana. Höhere Zuckerpreise machten dies teilweise wett.

In Summe hat Agrana nach den ersten drei Quartalen 2019|20 1,88 Milliarden Euro Umsatz (+0,9 Prozent) und 69,8 Millionen Euro Ebit (+9,9 Prozent) ausgewiesen. Das Konzernergebnis legte um 16,5 Prozent von 37 Millionen Euro auf 43,1 Millionen Euro zu.

Rote Zahlen bei Südzucker

Trotz eines Lichtblicks im dritten Quartal bleibt die Lage beim deutschen Agrana-Großaktionär Südzucker schwierig. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 rutschte das SDax-Unternehmen in die roten Zahlen, wie Europas größter Zuckerkonzern am Dienstag in Mannheim mitteilte.

Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 35 Millionen Euro, nachdem das Unternehmen im Vorjahr noch 36 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen hatte. Der Konzern sprach von einem "schwierigen Zuckermarktumfeld".

Südzucker kämpft seit dem Wegfall der EU-Zuckermarktverordnung mit den Preisverwerfungen am Markt. Im dritten Quartal schwächte sich der Umsatzrückgang im Zuckergeschäft dank einer Erholung der Zuckerpreise zumindest ab. Gleichzeitig berichtete der Konzern jedoch von gestiegenen Produktionskosten durch höhere Rübenpreise. Ein Lichtblick ist dagegen der gute Lauf bei der Ethanol-Tochter Cropenergies.

In den ersten neun Monaten lag der Umsatz, wie bereits bekannt, konzernweit mit knapp 5,03 Milliarden Euro um rund 3 Prozent unter dem Vorjahr. Während der Umsatz im Segment Zucker deutlich zurückging, lag er im Segment Frucht den Angaben zufolge auf Vorjahresniveau und stieg im Geschäft Spezialitäten und Cropenergies. Das operative Ergebnis ging um zweieinhalb Prozent auf 113 Millionen Euro zurück.

Wegen der florierenden Geschäfte bei seiner Biosprit-Tochter hatte das Unternehmen Mitte Dezember seine Prognosen erhöht. Das operative Ergebnis soll bei 70 bis 130 Millionen Euro liegen. Der Umsatz wird zwischen 6,7 und 7 Milliarden Euro gesehen. 2018/19 erzielte der Konzern mit nach eigenen Angaben rund 19.200 Mitarbeitern einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro. Im Zucker-Geschäft rechnet der Konzern heuer jedoch weiterhin mit einem Verlust.

(APA/dpa)