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Fluglinie zwingt Frau vor Flug auf US-Insel zu Schwangerschaftstest

Chinesische Reisende auf der Insel Saipan.(c) REUTERS (Farah Master)
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Eine Japanerin durfte erst an Bord einer Hongkonger Maschine, nachdem ein Urintest negativ ausfiel. Auf dem US-Außenterritorium Saipan boomt der Geburtentourismus.

Eine Hongkonger Billigfluglinie zwang eine Japanerin vor einem Flug von Hongkong auf die Insel Saipan, die zum Außengebiet der USA gehört, einen Schwangerschaftstest zu vollziehen. Die 25-Jährige sei von Mitarbeitern der Airline Hong Kong Express zu einer Toilette eskortiert wurden, um einen entsprechenden Urintest zu machen. Sie habe erst an Bord gehen dürfen, als er negativ ausfiel, berichtete das „Wall Street Journal“.

Der Vorgang sei „sehr demütigend und frustrierend“ gewesen, berichtete die Japanerin dem Blatt. Obwohl sie in ihren Einreiseunterlagen bereits angegeben hatte, nicht schwanger zu sein, bestand die Fluglinie auf dem Test. Er sei verpflichtend für Frauen, deren Körpergröße und -form Schwangeren ähnle.

Vor allem Chinesinnen gebären auf Saipan

Die Fluglinie reagierte mit dem Vorgehen auf Druck der Behörden von Saipan. Die Insel im Westpazifik ist zu einer beliebten Destination für Geburtentourismus geworden: Kinder, die auf US-Gebiet geboren werden, erhalten automatisch die amerikanische Staatsbürgerschaft. 2018 gebaren auf dem 50.000-Einwohner-Eiland im Commonwealth der Nördlichen Marianen mehr Touristen als Einheimische Kinder. Das Verhältnis betrug 582 zu 492. Die meisten Frauen (575) kamen aus China.

Die Nördlichen Marianen sind das einzige US-Territorium, das chinesische Staatsbürger ohne Visa besuchen dürfen. Mit der Visabefreiung versuchten die Behörden, den für die Inseln wirtschaftlich so wichtigen Tourismus zu fördern.

Zwar ist es schwangeren Ausländerinnen prinzipiell erlaubt, in die USA einzureisen, oder dort Kinder zu gebären. Doch können die Einreisebehörden Reisende zurückweisen, wenn sie über ihren Reisegrund die Unwahrheit sagen, oder nicht selbst für die Kosten der Geburt aufkommen können.

>>> Bericht im „Wall Street Journal“.

(red.)