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Fußball

Im Strafraum neue Präsenz zeigen

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Deutsche Bundesliga. Stürmer Michael Gregoritsch, 25, war bei Augsburg unglücklich, bei Schalke will er sich beweisen und so Teamchef Foda für die Fußball-EM empfehlen.

Gelsenkirchen. Nur sieben Spiele, kein Tor, ein eher unglückliches Interview und viele Scherereien: die Hinrunde der deutschen Bundesliga war für Michael Gregoritsch in Augsburg eher zum vergessen. Der ÖFB-Stürmer war höchst unzufrieden, tat das kund, wurde suspendiert und stimmte damit – die Vorlage dazu lieferte sein Landsmann Martin Hinteregger – die Klubchefs schneller als gedacht auf einen Transfer ein.

Schalke nahm den Steirer, 25, bis Saisonende unter Vertrag – und schon bei der Generalprobe für die heute anhebende Rückrunde gegen Titelanwärter Gladbach (20.30 Uhr, live ZDF, Dazn) konnte Gregoritsch jubeln. Beim 4:0 gegen HSV schoss er ein Tor.
„Unabhängig von seinem Tor hat Michael sehr gut gespielt. Er war an vielen Kombinationen beteiligt, hat Bälle festgemacht und auch im Defensivspiel gute Bewegungen gehabt“, fand 04-Trainer David Wagner nur lobende Worte für den Einstand des Österreichers. „Man sieht, dass er unsere Spielidee schon geschluckt hat.“

Ob Gregoritsch, der zuvor schon bei Kapfenberg, Hoffenheim, St. Pauli, Bochum oder dem HSV gespielt hat – für einen 25-Jährigen sind sieben Vereine auffällig viel – das Verinnerlichte auch im Ligaalltag zeigen wird neben Alessandro Schöpf oder Guido Burgstaller, bleibt abzuwarten.

Offenheit und Angriffslust

Der Sohn von U21-Teamchef Werner Gregoritsch sagt zumindest, dass es sich in Gelsenkirchen fast so anfühle, als ob er schon drei Jahre hier wäre. Dass er jedoch mit Benito Raman und nicht mit Burgstaller stürmen wird, gilt als wahrscheinlich. Denn der Kärntner, 30, ist gerade in der Rolle des Unglücklichen. Nur ein Tor, im DFB-Cup gegen SV Drochtersen, steht zu Buche. Seine Einsatzzeiten sind daher zuletzt sehr spärlich geworden unter Trainer Wagner.

Für „Gregerl“ soll in Gelsenkirchen („Die Offenheit der Menschen ist ein Wahnsinn, die Arena ein Hammer“), hingegen alles neu beginnen. Mit Toren für „Königsblau“ will er sich für ein Engagement über den Sommer hinaus empfehlen. Und sein EM-Ticket (ab 12. Juni) sichern, das ist sein eigentliches Ziel: Franco Foda von seinem Können, seiner Präsenz im Strafraum überzeugen. Dass der Deutsche bereits im Trainingslager in Spanien vorbeischaute und das Gespräch mit ihm suchte, ist durchaus als erstes, dahingehendes Indiz zu verstehen.

Schalke ist drei Spiele unbesiegt, zuletzt gab es zwei Remis. Das hatte es auch im ersten Saisonduell mit Gladbach beim 0:0 gegeben. Die Fohlen, betreut von Ex-Salzburg-Coach Marco Rose, haben ihre jüngsten zwei Spiele nicht verloren. Der Titeltraum lebt, wenngleich sehr viele Beobachter RB Leipzig in dieser Saison vor dem großen Coup sehen. (fin)