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Kommen bald CO2-Kennzeichnungen auf Lebensmittel?

(c) imago images/Manfred Segerer (Manfred Segerer via www.imago-im)

Das Fleischersatzunternehmen Quorn ist das erste große Unternehmen, das bald den ökologischen Fußabdruck seiner Produkte auszeichnet.

Low Fat, High Protein, vegan oder glutenfrei. Dazu kommen noch Inhaltsstoffe, Nährwerte, Herkunft und möglicherweise Zubereitung. Auf den Verpackungen diverser Lebensmittel finden sich unzählige Informationen. Nun sollen es noch mehr werden, wenn es nach dem Hersteller Quorn geht.

Das Unternehmen, das Fleischersatzprodukte herstellt, will den CO2-Fußabdruck auf den Verpackungen sichtbar machen. Online werden die CO2-Emissionen bereits bei 30 der meistverkauften Produkte angegeben, ab Juni 2020 sollen die Angaben auch direkt auf den Produkten und spätestens 2021 auf allen Lebensmitteln des Unternehmens zu finden sein. Zertifiziert werden die Werte durch Dritte, den Carbon Trust.

Konsumenten sollen so besser verstehen, welche Auswirkungen ihr Einkaufsverhalten auf die Umwelt hat. Denn das Unternehmen gibt an, 200.000 Tonnen CO2 im Jahr 2018 gespart zu haben. Die Treibhausgaswirkung von Mykoprotein, dem pilzbasierten Protein, das in Quorn enthalten ist, soll um 90 Prozent geringer als jene von Rindfleisch sein.

So soll die neue Verpackung aussehen.
So soll die neue Verpackung aussehen.Quorn

Die industrielle Landwirtschaft trägt einen erheblichen Anteil zum Klimawandel bei, vor allem die Nutztierhaltung. Das Institute for Agriculture and Trade Policy (IATP) in Washington kam 2018 zu dem Schluss, dass die fünf weltgrößten Fleisch- und Molkereikonzerne mehr Treibhausgas-Emissionen verursachen als die großen Ölkonzerne. Wachse die Branche so rasant weiter, werde der Viehbestand bis 2050 etwa 80 Prozent des Treibhausgasbudgets der Erde verbrauchen, warnte das IATP.

Die neue Kennzeichnung basiert komplett freiwillig, erfüllt aber wohl auch Marketingzwecke. Eine Studie des Carbon Trust hat 2019 erhoben, dass sich zwei Drittel der Konsumenten (befragt wurden 9000 Menschen in den USA, Großbritannien, Italien, Spanien, Kanada, den Niederlande und Schweden), für eine Kennzeichnung aussprechen.

>> Artikel auf „The Guardian"

>> Untersuchung des Carbon Trust

 

(chrile)