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Missbrauchsskandal

Gigi Hadid wird nicht Geschworene im Weinstein-Prozess

(c) APA/AFP/JOHANNES EISELE (JOHANNES EISELE)
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US-Medienberichten zufolge einigten sich Anklage und Verteidigung darauf, das Model wegen seiner Berühmtheit auszusortieren.

Das Supermodel Gigi Hadid wird nicht zu den zwölf Geschworenen im Prozess gegen den einstigen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein gehören. Die 24-Jährige verließ während der Jury-Auswahl am Donnerstag nach nur zehn Minuten das Gericht in New York. US-Medienberichten zufolge einigten sich Anklage und Verteidigung darauf, das Model wegen seiner Berühmtheit auszusortieren.

Sieben der zwölf Geschworenen stehen mittlerweile aber fest. Es galt von vornherein als unwahrscheinlich, dass Hadid, deren Auftritt auf der Online-Plattform Instagram von mehr als 50 Millionen Menschen verfolgt wird, als Mitglied der zwölfköpfigen Jury ausgewählt werden würde.

Am Montag hatte Hadid bei der Vorauswahl der Jury vor Gericht angegeben, Weinstein zu kennen. Die Frage von Richter James Burke, ob sie dennoch eine faire und unvoreingenommene Geschworene sein könne, bejahte sie. "Ich denke, ich bin trotzdem in der Lage, den Fakten gegenüber offen zu sein", sagte Hadid, die schon für Marken wie Chanel und Victoria's Secret auf dem Laufsteg stand.

Das Topmodel berichtete auch, die Schauspielerin Salma Hayek zu kennen, die wie dutzende andere Frauen Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens gegen Weinstein erhoben hat. Am Donnerstagmorgen erschien Hadid dann zum zweiten Mal vor Gericht. Vor dem Gebäude wurde sie von etlichen Fotografen empfangen. Nach Angaben von Polizisten verließ sie das Gericht aber bereits nach zehn Minuten wieder.

Nach dem Zufallsprinzip ausgewählt

In New York werden Bürger nach dem Zufallsprinzip als mögliche Geschworene ausgewählt. Im Weinstein-Prozess werden derzeit aus hunderten Kandidaten zwölf Geschworene und sechs Vertreter ausgesucht. Bis Donnerstag einigten sich Anklage und Verteidigung auf sieben Jury-Mitglieder. Neben Hadid lehnten Weinsteins Anwälte noch mehrere andere junge Frauen ab.

Richter Burke hofft, die Auswahl bis Mitte kommender Woche abgeschlossen zu haben, so dass dann die Eröffnungsplädoyers beginnen können. "Dieser Prozess ist kein Referendum über die #MeToo-Bewegung", schärfte er den potenziellen Geschworenen ein. "Sie müssen diesen Fall auf der Grundlage von Beweisen entscheiden."

Der Prozess gegen Weinstein hatte vor einer Woche begonnen. Dem 67-jährigen Gründer des Miramax-Filmstudios wird in dem Verfahren vorgeworfen, eine Frau vergewaltigt und eine andere Frau zum Oralsex gezwungen zu haben. Weinstein weist die Vorwürfe zurück und spricht von einvernehmlichen sexuellen Handlungen. Bei einer Verurteilung droht dem "Pulp Fiction"-Produzenten lebenslange Haft. Das Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den mächtigen Filmproduzenten hatte im Oktober 2017 weltweit für Schlagzeilen gesorgt und die #MeToo-Bewegung gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt an Frauen losgetreten.

(APA/AFP)