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Fotos von John Demjanjuk im Konzentrationslager Sobibor aufgetaucht

Demjanjuk war zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.REUTERS
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Der Aufseher des Vernichtungslagers Sobibor hatte bis zu seinem Tod geleugnet, in dem KZ Aufseher gewesen zu sein. Dokumente der „Aktion Reinhardt“ belegen nun etwas anderes.

Fotos des NS-Täters John Demjanjuk und Hunderte weitere Bilder der "Aktion Reinhardt", bei der nach Angaben des NS-Dokumentationszentrums in Berlin 1,8 Millionen Juden in dem von Deutschland besetzten Polen ermordet wurden, sind jetzt aufgetaucht und sollen der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die mehr als 350 Bilder stammten aus dem Besitz von Johann Niemann, stellvertretender Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor, teilte das NS-Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin mit. Zusammen mit dem Bildungswerk Stanislaw Hantz und der NS-Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart will das Zentrum die Fotos am 28. Jänner in Berlin präsentieren.

Den Angaben zufolge ist auf den Fotos erstmals der 2011 in München verurteilte Aufseher auf dem Lagergelände zu sehen. Demjanjuk hatte bis zu seinem Tod geleugnet, dort Aufseher gewesen zu sein. Die Bilder böten bisher unbekannte Einblicke in die nationalsozialistischen Massenverbrechen und zu den deutschen Lagern im besetzten Polen.

Beihilfe zum Mord an 28.060 Menschen

Niemann stammte aus dem Emsland und trat 1934 in die Wachmannschaft des Konzentrationslagers Esterwegen ein. Nach einer Station in Sachsenhausen und in der "Kanzlei des Führers" wurde er bei der "Aktion T4" eingesetzt, bei der etwa 80.000 vermeintlich körperlich und geistig unheilbar Kranke ermordet wurden. Danach war er am Aufbau des ersten "Aktion Reinhardt"-Lagers in Belzec beteiligt, später kam er nach Sobibor. Niemann wurde bei einem Gefangenenaufstand am 14. Oktober 1943 zusammen mit zehn weiteren SS-Männern getötet.

Demjanjuk wurde wegen Beihilfe zum Mord an 28.060 Menschen zu fünf Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wurde nicht rechtskräftig, weil Demjanjuk zehn Monate nach der Verkündung starb - bevor über die von Verteidigung und Staatsanwaltschaft beantragte Revision entschieden wurde.

(APA/dpa)