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Geschichte

Christl Schönfeldt regierte am längsten

Christl Schönfeldt.
Christl Schönfeldt.(c) ROLAND SCHLAGER / APA / pictured (ROLAND SCHLAGER)
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Maria Großbauer hatte als Opernball-Organisatorin nur vier Vorgängerinnen.

Wien. Wenn am 20. Februar der Opernball über die Bühne geht und über die Fernsehbildschirme flackert, wird Maria Großbauer zum vierten und letzten Mal neben dem Staatsoperndirektor Gastgeberin sein. Ihre Ära war prägnant, aber kurz – besonders im Vergleich zu ihren nur vier Vorgängerinnen in der Organisation von insgesamt 64 Opernbällen.

Die erste in dieser Funktion war Christl Schönfeldt. Sie hatte eigentlich nur Programmhefte der Wiener Philharmoniker gestaltet; als sie von zwei Orchestermitgliedern gefragt wurde, ob sie den Philharmonikerball 1954 organisieren wolle. Sie sagte zu – und wurde in Folge auch von der Staatsoper engagiert, die 1956 nach dem Wiederaufbau einen Ball plante. Schönfeldt regierte in Folge 25 Jahre lang – bis 1981, als sie der Wunsch nach „neuem Schwung“ ereilte.

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Die Wahl für Schönfeldts Nachfolge fiel auf Schauspielerin Lotte Tobisch. Schon damals war der Übergang nicht ganz friktionsfrei, gegen Tobisch soll durchaus intrigiert worden sein. Die hatte von ihrer eigenen Besetzung ohnehin abgeraten: „Walzer tanzen ist für mich die Hölle, weil mir sofort schlecht wird und Alkohol trink ich sowieso keinen“, diese Worte sind ebenso legendär wie ihre Abneigung gegen Small Talk oder ihre Aussage, auf dem Opernball seien (damals noch) 7000 Gäste, „und 7000 feine Leute gibt es auf der ganzen Welt nicht“. Tobisch organisierte den Ball 15 Jahre von 1981 bis 1996; bis zu ihrem Tod 2019 blieb sie gern befragte Gesprächspartnerin zu Ball und Zeitgeschehen.

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Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler wurde 1999 von Staatsopernchef Ioan Holender geholt und organisierte das Spektakel acht Mal bis 2007, auch wenn die Arbeit unter Holender nicht immer leicht gewesen sei. Unter ihr durften Parterre- und Ranglogen nur noch von Donatoren gemietet werden. Zu ihrer Zeit herrschte ein Maximum an Aufregung um mehr oder weniger illustre Gäste.

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Desirée Treichl-Stürgkh kam 2008 noch unter Holender und blieb unter Meyer bis 2016. Die Magazin-Herausgeberin etablierte das große Zelt, den roten Teppich und neue Bars, band junge Kreative und über wechselnde Tanzschulen die Bundesländer ein. [ APA 3x, Clemens Fabry ] (tes)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2020)