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Seniorenhandy: Schweden probieren es nochmal

Der Marktführer Emporia bekommt Konkurrenz.Doro
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Der schwedische Hersteller Doro wagt den Neustart in Österreich mit ehrgeizigen Zielen. Mehr als 30 Prozent Marktanteil sollen innerhalb von zwei Jahren erreicht werden. Platzhirsch Emporia bekommt also Konkurrenz.

Smartphones mit großen Tasten, ein übersichtliches Menü, eine einfache Bedienung und speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnittene Dienste. Mit diesem Geschäftsmodell will der schwedische Hersteller Doro den österreichischen Markt erobern. Ein Konzept, mit dem das oberösterreichische Unternehmen Emporia seit Jahren überzeugt. Emporia ist mit 56 Prozent Marktanteil quasi der Platzhirsch auf dem heimischen Markt.

Die Schweden geben hingegen weltweit den Ton an. Global liegt der Marktanteil bei mehr als 40 Prozent. Sie sind in 39 Ländern präsent. Nun versucht Doro den zweiten Anlauf in Österreich. Innerhalb von zwei Jahren will man 30 Prozent Marktanteil im Bereich der Tasten- und Seniorenhandys erreichen. Dafür verantwortlich sein wird Michael Rabenstein, der auf eine lange Mobilfunk-Expertise zurückblickt. Zudem war er von 2011 bis 2014 für Emporia tätig.

„Mit Michael Rabenstein haben sich die Schweden einen guten Mann ins Boot geholt“, attestiert auch Emporia-Chefin Eveline Pupeter. Angst, dass der schwedische Konzern das Familienunternehmen überrollen könne, habe sie nicht: „Es ist unser Heimatmarkt und wir sind gut aufgestellt“, betont sie gegenüber der „Presse“. Und fügt hinzu: „Wir kennen unsere Zielgruppe.“

Dass Seniorenhandys nicht mehr nur funktional und praktisch sein sollen, weiß auch Rabenstein: „Design ist nicht nur uns wichtig, sondern auch unseren Kunden.“ Entsprechend vielfältig ist auch das Sortiment. Tastenhandys und Android–Smartphones bietet Doro an. Jedes davon hat einen Notfallknopf, bei dem bis zu fünf Kontakte hinterlegt werden können. Mit „Response by Doro“ gibt es zudem eine unabhängige Notrufstelle. Diese greift auf das GPS des Geräts zu und schickt Hilfe, wenn nötig.

Doro mit Vor-Ort-Hilfe

„25.000 Anrufe pro Tag gehen bei der Service-Line ein und wir lernen täglich mehr über die Bedürfnisse unserer Zielgruppe“, denn oftmals liege dem Anruf kein Notfall zugrunde. Vielmehr habe das Call-Center eine soziale Komponente“, sagt Rabenstein. Zum Start wird dieses Service vorerst noch nicht verfügbar sein. Für technische Notfälle gibt es aber die „Helferline“. 30 Minuten persönliche Hilfestellung vor Ort sind im Kaufpreis inkludiert. Alles darüber hinaus ist kostenpflichtig.

Auch mit smarten Uhren will Doro in Österreich durchstarten. Gemeinsam mit den Johannitern ist die „Doro Secure“ auf Demenzpatienten ausgerichtet. Ein integrierter GPS-Sender ermöglicht die Ortung, mit der Uhr kann auch ein Notruf abgesetzt werden.