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Wien-Wahl: Martha Bißmann kandidiert für Migrantenpartei

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Martha Bißmann will ihre Kandidatur für die Migrantenliste in der ORF-Sendung „Willkommen Österreich“ offiziell bekanntgeben.ORF (Hans Leitner)
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Die ehemalige „Liste Jetzt“- und dann wilde Abgeordnete will mit der Liste SÖZ (Soziales Österreich der Zukunft) fünf bis sieben Prozent in Wien erreichen.

Seit der Nationalratswahl 2019 war Martha Bißmann quasi arbeitslos. Das soll sich nun ändern, und zwar mit einem Wechsel nach Wien. Bißmann, die als Mandatarin der „Liste Jetzt“ dem Parteigründer Peter Pilz Platz machen musste und danach bis zur Nationalratswahl als wilde Abgeordnete im Nationalrat blieb, tritt bei der Wien-Wahl 2020 für die Migrantenliste SÖZ (Soziales Österreich der Zukunft) an. Dies verkündete sie in einem Interview mit dem „Kurier“.

Offiziell will sie ihre Kandidatur Dienstagabend bei ihrem Auftritt in der ORF-Comedy-Show „Willkommen Österreich“ bekanntgeben. Beitreten werde sie der Partei allerdings nicht, es werde „eine Allianz ohne Parteimitgliedschaft“. Sie sei aber als Spitzenkandidatin, gemeinsam mit Listengründer Hakan Gördü im Gespräch.  

Für die Migrantenliste hält Bißmann fünf bis sieben Prozent für realistisch. Sie wolle sich in ihrer neuen Rolle vor allem den Themen „Klimaschutz und gesellschaftlicher Zusammenhalt" widmen, sie sehe die Partei als eine „Gegenbewegung" zu dem „rechtspopulistischen Kurs der Bundesregierung, der Minderheiten und vor allem Muslime ausgrenzt“.

Keine Nähe mehr zu Erdogan?

Die Migrantenliste SÖZ entstand als Fusion von zwei Listen - der in Vorarlberg von türkischen Einwanderern gegründeten „Neuen Bewegung für die Zukunft“, die bei der Nationalratswahl 2017 in Vorarlberg kandidierte, und der der türkischen Partei AKP nahestehenden Liste „Gemeinsam für Wien“. Listengründer Gördü beteuert jedoch, sich mit der neuen Liste nicht mehr an der türkischen Politik zu orientieren.

„Gemeinsam für Wien" kandidierte bei den Wiener Gemeinderatswahlen 2015 und erreichte mit 7608 Stimmen 0,91 Prozent der abgegebenen Stimmen. In den Bezirksvertretungen von Favoriten, Simmering und der Brigittenau zog die Partei mit je einem Mandat ein.

>>> Interview im „Kurier"

(red.)