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Musikpreis

Schwere Vorwürfe überschatten Grammy-Verleihung

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Deborah Dugan wurde am 1. August zur Chefin der Recording Academy, die die Musikpreise organisiert, ernannt. Inzwischen wurde sie dienstfrei gestellt.(c) APA/AFP (ANGELA WEISS)
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Nur eine Woche vor der Verleihung wurde die Chefin der Grammy-Akademie freigestellt. Nun erhebt sie schwere Vorwürfe: Die Suspendierung sei Rache, weil sie sich über sexuelle Belästigung und Unregelmäßigkeiten bei den Nominierungen beklagt habe.

Die Grammys gehören zu den bedeutendsten Musikpreisen der Welt und werden kommenden Sonntag verliehen. Heuer werden aber nicht die Sieger und Auftritte im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, sondern ein Skandal, der sich backstage abspielt: Vergangenen Freitag wurde bekannt, dass Deborah Dugan, die Chefin der Recording Academy, die die Gala organisiert, dienstfrei gestellt wurde. Nun erhebt sie schwere Vorwürfe. Sie glaubt, dass die Akademie sich mit der Suspendierung an ihr rächen wolle, weil sie sich bei einer Behörde für Gleichstellung am Arbeitsplatz beschwert hat. Ihre konkreten Vorwürfe: sexuelle Belästigung und Unregelmäßigkeiten bei Nominierungen.

Bei ersterem Vorwurf geht es um zwei Fälle: Sie selbst sei von einem beratenden Anwalt für die Akademie sexuell belästigt worden, heißt es in einer 44-seitigen Beschwerde. Zudem sei sie gebeten worden, ihren Vorgänger Neil Portnow als Berater anzustellen. Diesem wird aber vorgeworfen, er habe eine ausländische Musikerin vergewaltigt. Dies sei offenbar auch der wahre Grund dafür gewesen, dass sein Vertrag nicht verlängert worden sei.

Akademie erhebt Vorwürfe gegen Dugan

Überdies habe sie den Chef der Personalabteilung der Akademie am 22. Dezember per E-Mail über Interessenskonflikte und Unregelmäßigkeiten bei den Nominierungen für den Musikpreis beschwert. Diese würden auf eine von Männern dominierte Mentalität innerhalb der Organisation zurückgehen. Dugan hatte anschließend rechtliche Schritte angekündigt.

In einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur AFP widersprach die Akademie Dugans Vorwürfen. Es sei "merkwürdig", dass Dugan ihre schweren Vorwürfe erst erhoben habe, nachdem eine Mitarbeiterin sie eines "Fehlverhaltens" beschuldigt habe. Überdies sei Dugan erst suspendiert worden, nachdem sie ihren Rücktritt angeboten und 22 Millionen Dollar (20 Millionen Euro) von der Akademie gefordert habe, die eine gemeinnützige Organisation sei. Dieser Darstellung widerspricht Dugan laut „The Wrap“: Nicht sie habe Geld gefordert, sondern die Akademie habe ihr Geld angeboten.

Frauen sollten sich mehr „anstrengen“

Dugan war als erste Frau an die Spitze der Grammy-Akademie berufen worden. Sie hatte das Amt im vergangenen Sommer von Portnow übernommen, der mit Äußerungen über die männliche Dominanz bei den Grammys eine Kontroverse ausgelöst hatte. Portnow hatte gesagt, Frauen sollten sich mehr "anstrengen", um Anerkennung zu bekommen.

Die diesjährigen Grammys sollten die ersten unter Dugans Leitung werden. Die begehrten Musikpreise werden am Sonntag in Los Angeles verliehen. Unter den Favoriten sind die Superstars Lizzo, Billie Eilish und Lil Nas X.

 

(APA/AFP)