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Modeolymp

Balenciaga lanciert nach 52 Jahren erneut Couture-Kollektion

(c) Getty Images (Nicky J Sims)
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1968 schloss Cristóbal Balenciaga sein Atelier, seitdem gab es keine Couture-Kollektionen mehr.

Ende und Neubeginn. Während Jean-Paul Gaultier seine letzte Couture-Kollektion im Zuge der Schauen in Paris im Jänner präsentiert, wird bei Balenciaga eine neue Ära eingeleitet. Seit 1968, als Gründer Cristóbal Balenciaga sein Atelier schloss, hat das Modehaus keine Couture-Kollektion mehr entworfen. Das soll sich nun ändern. Bei der nächsten Haute-Couture-Woche im Juli wird erstmals wieder die hohe Schneiderkunst zelebriert. Unter Chefdesigner Demna Gvasalia wird eine Couture-Kollektion entstehen.

„Die Haute Couture ist das Fundament dieses Hauses, deshalb ist es meine kreative und visionäre Pflicht, die Couture wieder zurückzubringen. Für mich ist Couture ein unerforschter Modus der kreativen Freiheit und eine Plattform für Innovation. Sie bietet nicht nur ein weiteres Spektrum an Möglichkeiten in der Schneiderkunst", so der Designer in einer Aussendung.

Der Geist Christóbal Balenciagas wird wohl über der neuen Kollektion wachen, denn der ursprüngliche Salon an der historischen Adresse der Avenue George V wird nachgebildet werden.

Von Street zu Salon

Balenciaga im modischen Couture-Olymp ist auf den ersten Blick eher ungewöhnlich. Seit Demna Gvasalia 2015 das Zepter übernommen hat, stand Streetstlye-Ästhetik und Meme-Kultur im Vordergrund. Damit ist das Label sehr erfolgreich, im Vorjahr wurde die Milliarden-Dollar-Verkaufsmarke überschritten, wie der Branchendienst "Business of Fashion" schreibt. Damit haben sich die Umsätze in nur drei Jahren mehr als verdoppelt. Wohl auch ein Grund dafür, dass die Muttergesellschaft Kering die Pläne unterstützt.

Deshalb sucht man nun auch nach einem neuen Typ an Couture-Kunden. Denn aufwendig bestickte und mit Pailletten verzierte Spitzenkleider wird man wohl auch in der Couture-Kollekton von Balenciaga nicht finden.

"Die Idee besteht darin, neue Kunden abzuholen", erklärt Balenciaga-Geschäftsführer Cédric Charbit. "Wir suchen nach einer neuen Typologie von Kunden, die an der Arbeit von Demna Gvasalia interessiert sind und die Couture entdecken und Couture-Kunden werden wollen."

Schon lange träumt Gvasalia von einer Couture-Kollektion, liegt sie doch in der DNA des Unternehmens. Doch die Neulancierung einer Couture-Kollektion birgt auch Risiken. Die Herstellung ist zeit- und kostenintensiv, die Kundschaft begrenzt. "Es ist viel Geld, aber es ist eine weise Entscheidung. Wir haben die finanzielle Balance im Blick, aber es steht kein Marketingplan dahinter", so Charbit weiter.


>> Artikel auf "Business of Fashion"

(chrile)