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Handball: Neue Namen, alte Probleme

Es gab Lichtblicke im österreichischen Team, die nicht zwingend zu erwarten waren.
Es gab Lichtblicke im österreichischen Team, die nicht zwingend zu erwarten waren.APA/HANS PUNZ
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Welche Erkenntnisse die EM für Österreich gebracht hat.

Wien. Schon vor dem letzten Spiel der Österreicher bei dieser Handball-Europameisterschaft am Mittwochabend gegen Weißrussland (Spiel nach Redaktionsschluss) konnte aus rot-weiß-roter Sicht weitestgehend zufrieden bilanziert werden. Unter dem im März 2019 installierten Teamchef Aleš Pajovič war ein klarer Aufwärtstrend erkennbar, der Slowene hat es geschafft, nach der verpatzten WM vor zwölf Monaten (Platz 19) der Mannschaft einen neuen Teamspirit einzuhauchen. „Er geht mit den Spielern auf der menschlichen Ebene unglaublich gut um“, bestätigte Rückraum Gerald Zeiner den Eindruck, der von außen entstanden ist.

Personell stehen Pajovič wie seinem Vorgänger nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Österreichs erste Garnitur kann mit Top-Nationen wie Spanien oder Kroatien durchaus mithalten, das haben die direkten Duelle in der Hauptrunde gezeigt. Die Kaderbreite aber bleibt ein elementares Problem, daran dürfte sich auch in naher Zukunft nichts ändern. Angesichts des überschaubaren Talentepools sei es „eh fantastisch, was wir herauskriegen“, meinte Sportdirektor Patrick Fölser. Auch bei einer eventuellen Teilnahme an der WM 2021 in Ägypten – die Qualifikation startet im April – wird also viel von Nikola Bilyk, Janko Bozovic und Co. abhängen.

Dennoch gab es Lichtblicke im österreichischen Team, die nicht zwingend zu erwarten waren. Im Tor hat sich Thomas Eichberger, einer von acht EM-Spielern aus der heimischen HLA, für höhere Aufgaben empfohlen. Der 26-jährige löste zumindest vorerst Stamm-Torhüter Thomas Bauer ab, die Chance auf einen Auslandstransfer ist nach starken Leistungen bei dieser EM groß. Diesen strebt auch der erst 19-jährige Lukas Hutecek (Fivers Margareten) an. Der Niederösterreicher sammelte wertvolle Spielminuten. Fölser: „Ich war begeistert von ihm.“ (cg)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2020)