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Nachruf

Adolf Holl: Er war ein augenzwinkernder Weiser

Adolf Holl - Archivbild
Adolf Holl - ArchivbildDie Presse (Clemens Fabry)
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Österreich hat nicht nur einen seiner klügsten Köpfe, sondern auch einen seiner menschlichsten Gelehrten verloren. Adolf Holl, Theologe und Kirchenkritiker, ist gestorben.

Für mehr als eine Generation war Adolf Holl als Erklärer von geistigen Phänomenen der Zeit eine maßgebliche Instanz. Nun ist der Priester, Wissenschaftler, Publizist und Weltreisende in Sachen Religion nach schwerer Krankheit im 90. Lebensjahr Donnerstagfrüh in Wien-Döbling verstorben. Bekannt wurde Adolf Holl in der Zeit des Zweiten Vatikanischen Konzils als Kirchenkritiker. Tatsächlich war er aber viel mehr als das, er war Geschichtsphilosoph, Religionssoziologe und vor allem ein Lehrmeister des Lebens.

Er konnte die in der Bibel so genannten „Zeichen der Zeit“ erkennen wie kaum ein anderer. „Öfter mal was Altes“ hat er augenzwinkernd zu mir gesagt. Was man in Gesprächen mit ihm – neben all den historischen Querverbindungen, die er herstellte – lernen konnte, war, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. In Zeiten, in denen das Ego heilig ist, haben es solche Denker schwer.