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Alkoholfrei

Barkultur ohne Promille: Der Trend der „Sober Bars“

(c) Angus Bremner
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Wo man alkoholfreie Drinks bekommt, ohne echtes Barfeeling vermissen zu müssen.

Am 17. Jänner 1920 wurde in den USA mit der Prohibition ein landesweites Alkoholverbot eingeführt, das nicht nur den Konsum, sondern auch Herstellung und Transport von Alkohol untersagte. Hundert Jahre später eröffnen vor allem im angloamerikanischen Raum immer mehr Bars, die freiwillig zur Gänze auf Alkohol verzichten. „Sober Bars" oder „Booze-free Bars" nennen sie sich – wobei sich manche Betreiber schon wieder von bestimmten Begriffen distanzieren: Die nur einmal im Monat geöffnete New Yorker Listen Bar etwa wollte dem „Schaufenster" die Nennung untersagen, wenn im Artikel irgendwo die Bezeichnung Sober Bars vorkommt. Diesbezüglich lockerer, dafür aber in anderer Hinsicht streng gibt man sich im Getaway, im April 2019 ebenfalls in Brooklyn eröffnet: Das Motto „null Promille" nimmt man sehr ernst, das Menü listet also auch keine alkoholfreien Biere, die schließlich laut Gesetz bis zu 0,5  Promille Alkohol enthalten dürfen. Dafür, dass dem Gaumen nicht langweilig wird, sorgen im Getaway Zutaten wie Tabaksirup in Kombination mit Jalapeño-Püree, Cider lässt man so lang köcheln, bis der Alkohol verdampft ist. Und vegan sind die alkoholfreien Cocktails hier auch noch: Statt Eiweiß kommt für manch cremigen Drink wie den „Autumn in New York" Aquafaba zum Einsatz, aufgeschlagenes Kichererbsendosenwasser, ein unter Veganern beliebter Ersatzschnee.