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Plazenta

Neuer Risikofaktor für Fehlgeburten entdeckt

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Unterschiede in der Progesteron-Produktion geben laut Wiener Forscherinnen wichtige Hinweise.

„Erfolg sieht für mich jetzt anders aus“, konstatierte US-Sängerin und Popkultur-Ikone Beyoncé unlängst mit Verweis auf ihre Fehlgeburten. In der Jänner-Ausgabe des Magazins „Elle“ sprach die dreifache Mutter erstmals offen darüber. Immer noch sind Fehlgeburten ein Tabuthema. Dabei erleben jüngsten Studien zufolge Frauen mehr Fehlgeburten, als sie Kinder gebären.

Einen neuen Hinweis auf einen Mechanismus, der eine Rolle bei wiederkehrenden Fehlgeburten spielen dürfte, hat ein Forschungsteam um Sigrid Vondra von der Med-Uni Wien entdeckt (Journal of Lipid Research). Die Wissenschaftlerinnen untersuchten bestimmte Zellen, die während der Schwangerschaft an der Produktion des Hormons Progesteron beteiligt sind. Dieses nimmt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Plazenta an der Gebärmutterwand ein. Während unter normalen Umständen die Eierstöcke Progesteron produzieren, übernimmt nach rund sechs Wochen Schwangerschaft die Plazenta die Produktion. Diese Übergabe stellt einen entscheidenden Faktor bei der Aufrechterhaltung von Schwangerschaften dar.

 

Wandernde Zellen wichtig

Manche der Zellen in der Plazenta, die Progesteron produzieren, wandern in die Gebärmutterschleimhaut, wo sie dabei beteiligt sind, Blutgefäße umzustrukturieren. Bei Frauen, die bereits mehrere Fehlgeburten hatten, zeigte sich, dass in wandernden Zellen geringere Konzentrationen eines Enzyms zu finden waren, das bei der Umwandlung von Cholesterol in Progesteron wesentlich ist. Ein Hinweis darauf, dass die Progesteronproduktion in den wandernden Zellen vor allem zu Beginn von Schwangerschaften entscheidend sein könnte. (APA/cog)

>>> Bericht im "Journal of Lipid Research"

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.01.2020)