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Traditionelle Jugend

Junge wollen in altmodische Berufe

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Die Generation Z strebt in identische Berufsfelder wie die Millennials, zeigt eine OECD-Studie.(c) Getty Images (Drew Angerer)
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Die Generation Z baut auf Altbewährtes: Wie eine OECD-Studie zeigt, haben sich die Jobvorstellungen von Jugendlichen in den vergangenen 20 Jahren nicht verändert. Moderne Studienfächer würden zwar wahrgenommen, aber kaum belegt, kritisieren Experten.

Eine aktuelle OECD-Studie zeigt, dass sich Jugendliche an traditionelle Berufe klammern. Denn die Jobvorstellungen von Jugendlichen haben sich in knapp 20 Jahren kaum verändert. Für eine Untersuchung wurden 15-Jährige aus 42 Ländern (darunter auch Österreich) erstmals im Jahr 2000 gefragt, in welchem Job sie gerne mit 30 arbeiten würden. 2018 wurde die Studie wiederholt. Und das Ergebnis ist durchaus überraschend: Denn die Top-Antworten haben sich bei beiden Geschlechtern nicht verändert. So wollten Mädchen wie Jungs im Jahr 2018 in identischen Berufsfeldern tätig sein wie ihre Altersgenossen 18 Jahre zuvor.

Die Top-Antworten der Mädchen waren 2000 „Lehrerin“, „Ärztin“, „Juristin“, „Psychologin“ sowie „Krankenpflegerin“. 18 Jahre später lauteten die Antworten identisch, lediglich „Business Manager“ verdrängte „Psychologin“ aus den Top-5.

 

Bei den Burschen sieht es ähnlich aus: Hier unterschieden sich die fünf meist genannten Antworten gar nicht. Auch im Jahr 2018 wollten die meisten als „Ingenieur“, „Business Manager“, „Arzt, „Sportler“ oder Experte im „Informations-/Kommunikationsbereich“ tätig sein. Lediglich die Verteilung veränderte sich geringfügig.

 

Innovative Studien werden nicht angenommen

Warum das so ist, zeigt eine Umfrage der Unversity of Applied Sciences Europe aus dem vergangenen Jahr, die zum Thema Akzeptanz von neuen Studiengängen selbst eine repräsentative Umfrage durchführte. „62 Prozent der Maturanten und Studienbewerber sind der Ansicht, dass neue progressive Studiengänge wichtig und zukunftstragend sind“, sagt Wolfgang Merkle, kommissarischer Prorektor an der University of Applied Sciences Europe. „Jedoch können sich weniger als 30 Prozent der Befragten unter bestimmten neuartigen Studiengängen überhaupt etwas vorstellen.“ Das erkläre die Schere zwischen dem „dringenden Bedarf der Wirtschaft und der Tendenz bei Jugendlichen, lieber traditionelle Studiengänge zu wählen.“

Vor allem Deutschlands Zukunftsfähigkeit (und in ähnlicher Weise auch jene Österreichs) sieht Merkle in Frage gestellt - insbesondere in Bezug auf Lehre und Ausbildung. „Der Arbeitsmarkt in Deutschland verlangt nach neuen Ausbildungsinhalten“, sagt der Wissenschaftler. „Wir Hochschulen müssen neue, inhaltlich progressive Studiengänge für die Digitalwirtschaft schaffen, um den Bedarf der Wirtschaft von morgen stillen zu können.“ 

Derzeit seien es vor allem ausländische Studierende, die Interesse an modernen Studiengängen zeigen würden, im Gegensatz zu den heimischen. Deshalb fordert Merkle, „dass an Schulen bessere Programme aufgesetzt werden, um Schüler an Themen wie Digitalisierung oder digitaler Arbeitsmarkt heranzuführen.“

(Red.)