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Andreas Fogarasi

Griss um die alten Fliesen

Wenn nichts Besseres nachkommt. Die Sozialversicherungsanstalt vor und nach der Sanierung: zur Unkenntlichkeit überformt . . .
Wenn nichts Besseres nachkommt. Die Sozialversicherungsanstalt vor und nach der Sanierung: zur Unkenntlichkeit überformt . . .(c) Fogarasi
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Die Werkserie „Nine Buildings, Stripped“ von Andreas Fogarasi erzählt in unsentimentaler Konzentriertheit von Transformationen des Stadtbilds. Fragmente nicht mehr existenter Bauten werden mit Materialmustern ihrer Nachfolgeprojekte kontrastiert. Aktuell zu sehen in der Kunsthalle Wien.

Ein Stück gekantetes Aluminiumblech, darüber eine glattes eloxiertes Alupaneel, eine Steinzeugfliese und ein Stück Granit; zusammengehalten wird alles von einem Stahlumreifungsband, wie man es zur Sicherung von Palettenladungen verwendet. Der Künstler Andreas Fogarasi sichert solcherart Fragmente von Oberflächen nicht mehr existenter Bauten zusammen mit Materialmustern ihrer Nachfolgeprojekte. Das beschriebene Paket komprimiert auf 166 mal 125 mal 67 Zentimetern zwei Erscheinungsbilder des Gebäudes der einstigen Pensionsversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft auf der Wiedner Hauptstraße in Wien. Mit dem Wandel zur Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (SVA) und jüngst zur Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) veränderte sich auch das Äußere.

Andreas Fogarasi wohnt im Viertel. Der Beginn der Umbauarbeiten gab vor zwei Jahren die Initialzündung für eine Werkserie, die sich der Veränderung der Oberflächen von Gebäuden und damit der Transformation der Stadt widmet. „Nine Buildings, Stripped“ lautet der Titel der Ausstellung in der Kunsthalle Karlsplatz, kein zufälliger Ausstellungsort. Als provokanter gelb-blauer Blechcontainer abgetragen und 2002 als schnittiger Glaspavillon wiederauferstanden, beide als Provisorium geplant. Das erste blieb zehn Jahre statt vier, das zweite hat bald das Doppelte der prognostizierten zehn Lenze auf dem Buckel. Die beiden Bauten von Adolf Krischanitz sind ein Beispiel dafür, dass etwas sehr Gutem ebenso Gutes anderes folgen kann, ohne Verlustgefühle zu hinterlassen. So geht Weiterentwicklung, so wird Hoffnung geschürt, dass alles besser werden kann.