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Stiftung

Rothschild-Nachfahre zieht gegen Stadt Wien vor Gericht

Der New Yorker Unternehmer Geoffrey R. Hoguet fordert unter anderem, dass die seit 1907 eingerichtete Stiftung seines Urgroßonkels wieder durch ein unabhängiges Kuratorium geführt wird.

Der New Yorker Unternehmer Geoffrey R. Hoguet, ein Nachfahre der Familie Rothschild, zieht gegen die Stadt Wien vor Gericht. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" und die Tageszeitung "Kurier" am Freitag berichteten, fordert er unter anderem, dass die seit 1907 eingerichtete Stiftung seines Urgroßonkels wieder durch ein unabhängiges Kuratorium geführt wird.

Die "Nathaniel Freiherr von Rothschild'sche Stiftung" wurde gegründet um in Wien am Rosenhügel und auf dem Areal des Maria-Theresien-Schlössels Nervenheilanstalten zu errichten und zu betreiben. 1912 eröffnete sie das Krankenhaus Rosenhügel, das bis heute als Neurologisches Zentrum besteht. Nach der Machtübernahme durch die Nazis wurde die Stiftung aufgelöst. Bei der Wiederherstellung 1956 wurde nicht wie vor 1938 ein unabhängiges Kuratorium als Verwaltungsorgan eingesetzt sondern der Magistrat der Stadt Wien. Diese Regelung besteht bis heute.

„Rechtspersönlichkeit der Stiftung nur noch eine juristische Hülle"

Wie das "profil" berichtet, strebt Hoguet nun beim Bezirksgericht Hietzing die Abberufung des Magistrates Wien als Stiftungsverwalterin und die Wiedereinsetzung eines unabhängigen Kuratoriums an. Laut Eingabe seines Rechtsanwalts habe sich die Stadt "das Stiftungsvermögen unter Verletzung des Stifterwillens treuwidrig zugeeignet, wobei die formell weiter bestehende Rechtspersönlichkeit der Stiftung nur noch eine juristische Hülle ist".

Zudem sollen die Änderung der Stiftungssatzung 2017 und der Verkauf des Maria-Theresien-Schlössels durch die Stadt für nichtig erklärt werden. Die vom Magistrat Wien verwaltete Stiftung hatte nämlich 2001 das zuvor ebenfalls als Spital genutzte Maria-Theresien-Schlössel an die Stadt Wien verkauft.

Die Verhandlung ist für den 20. Februar anberaumt. Die Stadt Wien wird vom früheren SPÖ-Abgeordneten und -Justizsprecher Hannes Jarolim vertreten. Laut Jarolim seien "Vereinbarungen zur Rothschild'schen Stiftung vor Jahrzehnten in größtem Respekt und Einvernehmen und ganz im Sinne des ursprünglichen Stiftungszwecks" geschlossen worden, berichtete das "profil".

(APA)