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WeTab-Erfinder: "Wir greifen nicht das iPad an"

Helmut Hoffer von Ankershoffen
(c) DiePresse.com (Daniel Breuss)
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Das Tablet aus Deutschland will gar nicht sein wie Apples Kassenschlager, erklärt Gründer Ankershoffen im Gespräch mit DiePresse.com. Im Gegensatz zu Apple-Produkten soll es keine Einschränkungen für Kunden geben.

Das iPad ist erst der Anfang, meint Helmut Hoffer von Ankershoffen. Er will mit dem WeTab in den Tablet-Markt einsteigen und ist überzeugt, dass die neue Produktkategorie ausreichend Raum für Produkte neben dem iPad bietet.

Apples Tablet sei lediglich ein Zweit- oder Drittgerät neben Mac und iPhone. Ohne einen Computer zum Synchronisieren könne das iPad nicht verwendet werden. Das WeTab sei anders, erklärt Hoffer von Ankershoffen im Gespräch mit DiePresse.com. Weil es ganz unabhängig von einem großen Rechner verwendet werden könne und mit einem vollwertigen Betriebssystem kaum Einschränkungen gegenüber einem Computer habe. So könne man ganz neue Zielgruppen ansprechen. Kinder und Jugendliche, deren Eltern nur ein Gerät finanzieren wollen, etwa. Aber auch für die ältere Generation, die laut Hoffer von Ankershoffen häufig von vielen Kabeln und Peripheriegeräten abgeschreckt wird, als Einstiegsgerät.

Fixe Werbung am Startbildschirm

"Der Markt wird sich sehr schnell fragmentieren", erklärt der WeTab-Geschäftsführer. Im September kommt das Tablet aus Deutschland auf den Markt und gegen Ende des Jahres werden zahlreiche Geräte anderer Hersteller folgen. Hoffer von Ankershoffen hält derzeit Googles mobiles Betriebssystem Android für den heißesten Kandidaten. Android-Tablet sind bereits von Asus, MSI und anderen angekündigt. Auf dem 11,6 Zoll großen WeTab selbst läuft ein Betriebssystem, das auf Linux basiert. Die Oberfläche kann mit Widgets bestückt werden, die ihre Inhalte teilweise live aus dem Internet nachladen. Nur ein Widget ist fix vorhanden und kann lediglich verschoben, nicht aber gelöscht werden: Eine quadratische Werbefläche mit zielgerichtetem Inhalt.

Entscheidend für den Erfolg eines Tablets ist nach Ansicht von Hoffer von Ankershoffen das Angebot an Apps. Erst die kleinen Zusatzprogramme machen die tastenlosen Geräte attraktiv. "Man will nicht erst eine Anwendung auf einen USB-Stick laden, diesen anstecken und dann installieren". Apps würden zudem auch eher verwendet, als spezielle Versionen für den Browser. Das WeTab werde erfolgreich sein, weil es von Beginn an ein großes Angebot an Apps bieten werde. Installiert werden können nämlich sowohl Android-Apps, als auch Anwendungen, die für Adobe AIR oder für Linux geschrieben wurden. Derer gebe es bereits weit mehr als 100.000 und der WeTab Store werde bestehende Stores automatisch anzapfen, erklärt Hoffer von Ankershoffen .

Auch schlüpfrige Inhalte gestattet

Zusätzlich bietet Neofonie, das Unternehmen hinter dem WeTab, auch eine eigene Publikationsplattform für Verlage an. Mit Medienhäusern will Neofonie Kooperationen eingehen, die subventionierte WeTabs in Verbindung mit Abonnements ermöglichen. Zusätzlich ermöglicht die Plattform WeMagazine die Umwandlung einer Print-Publikation in eine digitale Version mit dem Look & Feel eines gewohnten Magazins oder einer Zeitung. Diese WeMagazine werden dann als eigene App angeboten und können auch ohne weiteres Zutun für alle anderen Formate und Plattformen wie iPad, PC oder Mac angeboten werden. Anders als beim App Store von Apple verspricht Hoffer von Ankershoffen, dass es keine inhaltlichen Beschränkungen geben wird und App von Verlagen nicht gleich wegen "blanker Nippel" gelöscht werden.

(sg)