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Walk of Häme

Brad und Gwyneth

Warum es das Alter verrät, wen man mit wem zusammentut.

Die Nachrichten der abgelaufenen Woche haben gezeigt, wie sehr es vom Alter abhängt, ob eine Neuigkeit zu interessieren vermag. News als Generationenbarometer quasi. Wir sprechen natürlich zuerst vom kurzen Zusammentreffen von Jennifer Aniston und Brad Pitt im Rahmen der gar nicht so bekannten Screen Actor Guild Awards. Dort sind sich beide hinter der Bühne über den Weg gelaufen, was bei Geschiedenen ja auch ziemlich unangenehm sein könnte, hier aber zu hübschen Bildern und Spekulationen über ein Wiederaufflammen alter Leidenschaft führte. Jedenfalls bei jenen, die „Brannifer“ als Synonym für große Liebe sehen.

Darüber können jene wiederum nur den Kopf schütteln, für die „Brangelina“ das Maß aller Dinge war, also die Verbindung von Pitt mit Angelina Jolie samt großer Kinderschar. Doch allen müssen wir noch Älteren zurufen, dass wir beim Namen Brad Pitt weder an Angelina noch an Jennifer, sondern zuerst an Gwyneth Paltrow denken müssen. Ja, wir haben „Seven“ gesehen, aber nicht „Mr. & Mrs. Smith“. Womit wir gleich wieder mit jenen kollidieren, die bei dem Namen Paltrow Coldplay-Melodien summen, aber nichts von „Shakespeare in Love“ wissen.

Wir können uns übrigens auch noch ganz dunkel erinnern, dass Brad Pitt auch einmal mit der wilden Juliette Lewis zusammen war, die wir seit „Cape Fear“ verehren. Und dann gibt es da noch jene mittlerweile auch schon ziemlich große Gruppe deutlich Jüngerer, die weder mit Brad Pitt noch mit Jennifer Aniston oder sonst einem der Genannten das Geringste anfangen können.

Ein ganz ähnliches Phänomen ist im Zusammenhang mit der aktuellen Serie „Star Trek: Picard“ zu beobachten. Hier gibt es jene, die allen Ernstes Picard für den wahren Chef des Raumschiffs Enterprise halten. Worüber wir zusammen mit Captain James T. Kirk nur herzlich lachen können. Um gleich zu ergänzen: Es ging uns natürlich nur um Spock. Wer unter ihm Captain war, ist nebensächlich. Der Vulkanier hatte bei seinen Abenteuern auf unerforschten Planeten immer jenes Kästchen am Gürtel, das alles konnte: Temperaturen messen, die Atmosphäre auf genügend Sauerstoff testen, Kontakt mit der Enterprise halten und vieles mehr. Ein Vorläufer des heutigen Smartphones also, das auch einmal reine Science-Fiction war.

florian.asamer@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.01.2020)