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Bälle

Grazer Blüten, Wiener Bienen

Die 50 Debütantenpaare eröffneten die Grazer Opernredoute zu Antonin Dvoraks Oper „Rusalka“.
Die 50 Debütantenpaare eröffneten die Grazer Opernredoute zu Antonin Dvoraks Oper „Rusalka“.(c) APA/ERWIN SCHERIAU
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Die Grazer Opernredoute fand erstmals mit einem Grünen Vizekanzler statt. Beim Wissenschaftsball in Wien stand der Klimawandel im Mittelpunkt.

So schnell kann es gehen. Während sich im Vorjahr kein Minister und auch keine Ministerin bei der Grazer Opernredoute blicken ließ, erschien heuer erstmals ein Grüner Vizekanzler am Samstagabend im ehrwürdigen Hellmer & Fellner-Bau am Grazer Opernring. Werner Kogler kam in Begleitung von Sabine Jungwirth, frühere steirische Landtagsklubchefin und nunmehrige Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft. Und auch die neue, steirische Arbeits- und Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) war zu Gast, ebenso wie ihr Parteikollege Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer. Nicht mehr in politischer Funktion, aber in bester Laune erschien der im Vorjahr nach der Wahlniederlage zurückgetretene SPÖ-LHStv. Michael Schickhofer mit Ehefrau Ulrike.

Schauspielerin Maria Happel war heuer die erste Conferencière, die den Tanz eröffnete: Sie gab nach der Polonaise die Tanzfläche für die rund 2500 Gäste in der von zehntausend Blüten geschmückten Oper frei.

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) kam mit Sabine Jungwirth (Grüne Wirtschaft).
Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) kam mit Sabine Jungwirth (Grüne Wirtschaft).(c) APA/ERWIN SCHERIAU

Tanzen fürs Klima in Wien

Gleichzeitig fand in Wien – ebenso wie der Ärzteball, der Wiener Regenbogenball und der Ball der Industrie und Technik – der Wissenschaftsball statt, bei dem im Rathaus das Thema Klimaschutz im Mittelpunkt stand. Rund 4400 Gäste, darunter Uni-Rektoren, Forscher, Politiker und Studierende feierten die Wissenschaft. „Es ist ein großartiges Zeichen dafür, dass geschafft wurde, wofür der Ball angetreten ist: die Community in diesem Bereich zusammenzuführen“, sagte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Mit dabei unter anderem gleich drei Minister: Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) war genauso erschienen wie Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Justizministerin Alma Zadić. Sie mischten sich unter Wiener Stadtpolitiker – Vizebürgermeisterin Birgit Hebein (Grüne), Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler – und zahlreiche Persönlichkeiten aus der Wissenschaft, von Forscherin Helga Novotny über Alpbachchef Franz Fischler bis zu einer ganzen Abordnung vom Campus der Johns Hopkins Universität in Bologna.

Ministerin Leonore Gewessler, Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, Ministerin Alma Zadić und Wiener Landtagspräsident Ernst Woller (v. li.).
Ministerin Leonore Gewessler, Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein, Ministerin Alma Zadić und Wiener Landtagspräsident Ernst Woller (v. li.).(c) FERRIGAT0
Burgschauspielerin Maria Happel führte bei der mittlerweile 22. Opernredoute als erste Conférencière durch den Abend.
Burgschauspielerin Maria Happel führte bei der mittlerweile 22. Opernredoute als erste Conférencière durch den Abend.(c) APA/ERWIN SCHERIAU

Einer der Stargäste des Abends: der Rektor der Central European University, Michael Ignatieff – der mit seiner Frau Zsuzsanna Zsohar seine Ballpremiere hinlegte; angesichts der Übersiedelung nach Wien war das wohl nicht das letzte Mal. Auch wenn die Umstände der Übersiedelung der CEU aus Budapest nicht gerade positiv gewesen seien – Stichwort Rauswurf durch Viktor Orbán –, so meinte Ludwig: „Sie sollten wissen: Bei uns in Wien sind Sie herzlich willkommen.”

Greta Thunberg war auch dabei – zumindest symbolisch. Denn wie jedes Jahr steckte hinter dem Ballvergnügen auch noch mehr als die generelle Ansage „Spaß mit Anstand, Tanz mit Haltung”. Diesmal: Biodiversität – vor allem versinnbildlicht durch die Biene. Und: das Klima. Unter dem Motto „Sei wie Greta” wurde man da in Kooperation mit Fridays for Future dazu angehalten, seine Klimavorsätze fürs Jahr 2020 zu notieren – sozusagen als Nachricht an sein zukünftiges Ich, denn die Karte mit den Vorsätzen wird im Dezember an die eigene Adresse geschickt.

Styria-Vorstandschef Markus Mair mit Ehefrau Cornelia bei der Opernredoute.
Styria-Vorstandschef Markus Mair mit Ehefrau Cornelia bei der Opernredoute.(c) KANIZAJ

Gemütlich und anheimelnd war das Ambiente im Palais Ferstel, wo der Ball der Vorarlberger stattfand. Gemütlich, weil Gastgeber die Gemeinde Lech war, Motto: Tanzcafé Arlberg. Ein bisschen Holz- und Kamindeko also, und der Rest war eine Mischung aus Walzertanz und Rock 'n' Roll. Eine eigene Ländle-Mischung sozusagen. Landeshauptmann Markus Wallner verlieh den Orden „Vorarlberger des Jahres z'Wian“ an Udo Felizeter und Nico Schwendinger, die das kulturelle Sozialprojekt „Open Piano for Refugees“ initiiert haben. (red./beba/duö)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.01.2020)