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Morgenglosse

Im Burgenland zieht Strache jedenfalls nicht (mehr)

NEUJAHRSTREFFEN DER 'ALLIANZ FUeR OeSTERREICH (DAOe)': STRACHE
Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian StracheAPA/HANS KLAUS TECHT
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Die FPÖ stürzt im Burgenland ab - trotz Wahlempfehlung vom ehemaligen Parteichef. Oder gerade deswegen?

Es waren vier ehemalige Parteikollegen, die Heinz-Christian Strache am Donnerstagabend namentlich erwähnte. Beim Neujahrsteffen der FPÖ-Abspaltung DAÖ zählte er sie auf: Zuerst seinen Nachfolger an der Parteispitze, Norbert Hofer ("seidenweich"), Klubchef Herbert Kickl ("viel zu radikal"), und Oberösterreichs Vize-Landeshauptmann Manfred Haimbuchner ("hängt am ÖVP-Rockzipfl"). Und dann war da noch Johann Tschürtz, Vizelandeshauptmann im Burgenland. Für ihn sprach Strache eine dezidierte Wahlempfehlung aus. Er sei einer von denen gewesen, die sich nicht von ihm abgewandt hatten.

Und Tschürtz dankte für die Wahlempfehlung. Einen Tag vor seiner Landtagswahl verteidigte er Strache. Ibiza, „das muss man auch sagen“, war „eine b'soffene G'schicht“. Die Danksagung ging in die nächste Runde, dieses Mal war Strache wieder dran: „Es zeigt, dass zumindest einem klar ist, dass die Wählerinnen und Wähler meinen Erfolgskurs nicht vergessen haben“, schrieb Strache auf Twitter.

Nach Wahlschluss (und einem einstelligen Ergebnis für die FPÖ) korrigierte Strache seine Prognose. „Die Burgenland-Wahl zeigt: Unter Norbert Hofer und Co. nimmt die FPÖ Kurs in Richtung Irrelevanz und verliert, was ich einst hinzugewinnen konnte. Was geht zuerst aus? Die Wähler oder die Ausreden? Für Johann Tschürtz tut es mir leid, das hat er nicht verdient."

Womöglich zeigt die Wahl etwas anderes: Auch Wahlempfehlungen von Strache ziehen nicht mehr. Erst, wenn sich die Partei endgültig von ihm distanziert hat, kann sie eine Linie finden - und vielleicht wieder Erfolge feiern.