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Als Doskozil die rote Familie (kurz) einte

„Der schönste Tag in meinem Leben“: Hans Peter Doskozil hatte dann auch noch Tränen in den Augen.
„Der schönste Tag in meinem Leben“: Hans Peter Doskozil hatte dann auch noch Tränen in den Augen.(c) APA/ROBERT JAEGER
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Von Pamela Rendi-Wagner bis Georg Dornauer: Alle feiern Doskozils Absolute und sich selbst. Alles wieder gut?

SPÖ. Der Wahlsonntag im Burgenland scheint, jedenfalls aufseiten der SPÖ, einer bestimmten Dramaturgie zu folgen. Kurz nach 15 Uhr steigt Michael Ludwig vor dem Landhaus in Eisenstadt aus dem Dienstwagen und dann die Stiegen hoch, in Richtung Landeshauptmannbüro. Wiens Bürgermeister lächelt und schüttelt Hände. Warum er gekommen sei, will ein Journalist wissen. Weil „der Hans Peter“ ein lieber Freund sei.

Der Landeshauptmann wurde noch nicht gesehen, obwohl alle auf ihn warten. So viele Kameras gab es selten bei einer Burgenland-Wahl. Eine halbe Stunde später fangen sie Pamela Rendi-Wagner ein. Im Schlepptau hat die SPÖ-Vorsitzende Jörg Leichtfried, den Vizeklubchef. Beide lächeln.

Hans Peter Doskozil ist nach wie vor nicht aufgetaucht. Dafür kommt Georg Dornauer, Parteichef in Tirol. „Griasch di“, sagt er fröhlich. Auch die burgenländischen SPÖ-Politiker, Landesrätinnen und Landesräte, Altlandeshauptmann Hans Niessl und Ex-Minister Norbert Darabos können sich ein Lächeln nicht verkneifen. Bald wird man wissen, warum.

Kurz vor 16 Uhr stehen sie dann alle im Büro des Landeshauptmanns – um Hans Peter Doskozil gruppiert, der sich offenbar still und heimlich in sein Büro begeben hat. Nacheinander klopfen sie ihm auf die Schultern, Rendi-Wagner, Ludwig, Dornauer. Die rote Familie vereint – als hätte es die jüngste Krise der Partei nie gegeben. Mitarbeiter des Landeshauptmanns umarmen einander, einige ballen die Faust. Sie wissen schon, was gleich alle TV-Zuseher wissen werden. Dann startet die ORF-Sendung. Doskozil wirkt ein wenig nervös, er steht Arm in Arm mit seiner Verlobten, Julia Jurtschak. Links neben den beiden: Pamela Rendi-Wagner, rechts hat sich Michael Ludwig platziert. Georg Dornauer steht etwas weiter im Abseits. Als die „Zeit im Bild“ nicht mit der Hochrechnung eröffnet wird, sondern mit dem Coronavirus, geht ein Raunen durch die Runde. Man kann es nicht mehr erwarten.