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Coronavirus: Drei neue Verdachtsfälle, erste Stornierungen in Hallstatt

Hallstatt Struggles To Manage Tourist Masses
Trotz einiger Stornierungen von chinesischen Touristen geht in Hallstatt bisher alles seinen gewohnten Gang.(c) Getty Images (Andreas Gebert)
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In Wien und Kärnten gibt es drei neue Fälle, in denen Verdacht auf das Coronavirus besteht. Zwei Österreicher befinden sich noch in der betroffenen chinesischen Provinz Hubei.

In Wien gibt es im zweiten Coronavirus-Verdachtsfall Entwarnung. Eine chinesische Staatsbürgerin, die Sonntagabend im Spital aufgenommen wurde, ist negativ auf das neue Coronavirus getestet worden. Die Frau war der zweite negativ getestete Verdachtsfall.

Allerdings gibt es bereits drei weitere Verdachtsfälle. Zwei Österreicher sind in Wien, und eine Person in Kärnten in Behandlung. In Hallstatt haben einige Chinesen ihre Aufenthalte storniert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO korrigierte ihre Angaben zum Virus: Weltweit sei die Gefährdung „hoch“. In China schätze man das Risiko „sehr hoch“ ein, in der Region und weltweit „hoch“.

Wien: Symptome nach China-Reise

In Wien werden seit Montag zwei österreichische Staatsbürger nach China-Reisen im Kaiser-Franz-Josef-Spital behandelt. Bei den beiden neuen Verdachtsfällen handelt es sich um eine Frau und einen Mann. Der Mann und die Frau begaben sich am Montagvormittag unabhängig voneinander und selbstständig in Wiener Spitäler - einmal ins AKH und einmal ins Kaiser-Franz-Josef-Spital. Jener Patient vom AKH wurde ebenso in die 4. Medizinischen Abteilung im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital überstellt.

Die beiden Patienten haben nach China-Reisen beide die entsprechende Symptomatik mit Fieber und Husten, hieß es aus dem Wiener Krankenstaltenverbund (KAV). Ob sie bei ihren China-Reisen in der betroffenen Provinz Hubei waren, muss erst geklärt werden. Sie werden beide auf der Isolierstation behandelt. Die auf Diagnose und Behandlung spezialisierte Abteilung im Kaiser-Franz-Josef-Spital hat jahrzehntelange Erfahrung und weist höchsten technischen Standard auf. Die beiden Patienten befanden sich in einem allgemein guten Zustand und sind nicht schwer krank, hieß es aus dem KAV.

Kärnten: Ergebnis erst Dienstagfrüh

Auch in der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt ist am Montagnachmittag ein Coronavirus-Verdachtsfall gemeldet worden. Ein Mann, der sich in einer der betroffenen Provinzen in China aufgehalten hatte, befindet sich nun in seinem Haus in Quarantäne. Auf dem Rückflug war er darauf aufmerksam gemacht worden, dass er die Behörden kontaktieren solle.

Der Patient habe keine Symptome, er befinde sich aber trotzdem für die Dauer der Abklärung zuhause, in einem Einfamilienhaus, teilte das Land Kärnten mit. Dem Mann wurde eine Probe entnommen, mit einem Ergebnis wird am Dienstag gerechnet. Schon bevor es eine Meldepflicht gegeben hatte, habe man zwei Verdachtsfälle geprüft, verlautbarte das Land - diese Ergebnisse waren aber allesamt negativ gewesen. Man stehe mit den Krankenhäusern und allen niedergelassenen Ärzten sowie dem zuständigen Ministerium in Kontakt.

„Werden bei ihrem Ausreisewunsch unterstützt"

In der vom Coronavirus stark betroffenen zentralchinesischen Provinz Hubei befinden sich derzeit noch zwei Österreicher, teilte das Außenministerium am Montag mit. Die beiden Männer wollten zurück nach Österreich. "Die Reisenden werden bei ihrem Ausreisewunsch von der österreichischen Botschaft unterstützt", sagte Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer.

Die beiden Männer haben laut dem Sprecher "einmal einen beruflichen und einmal einen privaten Background" für ihre Reise nach China und haben sich temporär in der Provinz Hubei aufgehalten. Keiner von beiden weist laut Guschelbauer Krankheitssymptome auf.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) betonte, dass mit den drei Fällen in Frankreich das Coronavirus zwar in Europa angekommen sei, dass dies aber "kein Grund für Panik ist". Vielmehr sei es ein Grund für erhöhte Vorsicht und gute Vorbereitung für einen etwaigen Erkrankungsfall. Österreich sah er dafür gut gerüstet, man könne "nicht besser vorbereitet sein". Im Innenministerium tagte am Montag ein Einsatzstab „aller relevanter Gruppen“, wie der Ressortchef, Karl Nehammer (ÖVP), mitteilte.

Stornierungen in Hallstatt

Der Ausbruch des Virus in China hat auch erste Auswirkungen auf die heimische Tourismusbranche: Im Weltkulturerbe-Ort Hallstatt, einer der beliebtesten Touristenattraktionen Österreichs für Chinesen, gibt es erste Stornierungen. Bürgermeister Alexander Scheutz (SPÖ) hat von einigen Vermietern aus dem Ort gehört, dass Chinesen ihre Aufenthalte canceln würden, da sie ihr Heimatland nicht verlassen dürfen. In Hallstatt selber gehe alles seinen gewohnten Gang.

Es seien viele Gäste in dem rund 750-Einwohner-Ort unterwegs, dass diese in irgendeiner Weise Angst hätten, sei dem Bürgermeister bisher noch nicht zu Ohren gekommen. Auch sehe er derzeit keinen Grund aktiv zu werden. Ebenso sei noch keine offizielle Stelle oder die Bevölkerung an ihn herangetreten und habe von ihm Vorsichtsmaßnahmen bezüglich des Coronavirus, wie etwa das Tragen von Mundschutz, verlangt.

Verkehrsbüro lässt umbuchen

Auch das Verkehrsbüro, Österreichs größter Tourismuskonzern, verzeichnet die ersten vereinzelten Stornierungen von Gruppenreisen aus China. In umgekehrter Richtung, von Österreich aus nach China, sei derzeit noch keine Reisezeit, die beginne erst im März. Deshalb seien momentan keine Individualreisenden, sondern lediglich rund hundert Business-Kunden des Verkehrsbüro in China. Die seien bereits vorige Woche informiert worden und würden mit einem Newsletter am Laufenden gehalten.

Der zum Thema Coronavirus gebildete Krisenstab im Verkehrsbüro tritt täglich zusammen, ihm gehört auch der Vorstand an. Ähnlich wie bei Austrian und Lufthansa, wo Kunden gebuchte China-Flüge bis Ende September verschieben können, handhabe das auch das Verkehrsbüro, sagte Hansal. Bei den Airlines gilt das für Tickets, die bis 23. Jänner ausgestellt wurden und den Reisezeitraum 24. Jänner bis 23. Februar betreffen. Veranlasst haben diese Umbuchungsmöglichkeit die chinesischen Behörden.

(APA)