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Weihnachtsbilanz

Apple-Rekord: 22 Milliarden Dollar Gewinn in drei Monaten

Apple fährt neue Rekorde einREUTERS
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Apple hat erstmals seit einem Jahr wieder mehr iPhones verkauft und damit einen Umsatz und Gewinn über den Expertenerwartungen eingefahren. Im laufenden Quartal stellt sich der Konzern auf Turbulenzen in seiner chinesischen Zuliefererkette durch das neue Coronavirus ein.

Apple hat die Schwäche im iPhone-Geschäft überwunden und das vergangene Weihnachtsgeschäft mit Rekordzahlen abgeschlossen. Der Quartalsgewinn erreichte 22,2 Milliarden Dollar (20,17 Mrd. Euro) nach knapp 20 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um neun Prozent auf 91,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die von Refinitiv veröffentlichten Experten-Vorhersagen von 88,5 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 4,99 Dollar ebenfalls über den Erwartungen von 4,55 Dollar. Das wichtigste Produkt der Kalifornier, das iPhone, erreichte einen Umsatz von knapp 56 Milliarden Dollar nach 51,6 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Hier hatten Experten eigentlich einen leichten weiteren Rückgang erwartet. Apple macht keine Angaben zu verkauften Stückzahlen mehr. Im vergangenen Herbst waren zum Teil teurere neue Modelle auf den Markt gekommen.

Im laufenden Quartal stellt sich Apple auf Turbulenzen in seiner chinesischen Zuliefererkette durch das neue Coronavirus ein. Einige Betriebe befänden sich in der besonders betroffenen Region rund um die Stadt Wuhan, sagte Konzernchef Tim Cook in einer Telefonkonferenz am Dienstag. Es gebe aber alternative Quellen für ihre Produkte. Unklar sei die weitere Entwicklung bei anderen Zulieferern, bei denen die übliche Auszeit zum chinesischen Neujahrsfest zum Teil um eine Woche verlängert worden sei.

Der Konzern habe einen Apple Store in China geschlossen und Reisen von Mitarbeitern in das Land reduziert, sagte Cook. Auch einige chinesische Einzelhandels-Partner hätten Geschäfte geschlossen oder die Öffnungszeiten verkürzt und in die Läden kämen weniger Käufer.

 Sorge um Coronavirus

Die Unsicherheit rund um das Coronavirus sei der Grund dafür, dass bei der Umsatzprognose für das laufende Quartal eine ungewöhnlich breite Spanne von 63 bis 67 Milliarden Dollar gewählt worden sei, sagte Apple-Finanzchef Luca Maestri. Das ist in jedem Fall ein deutliches Plus im Vergleich zu den 58 Milliarden Dollar Umsatz im Vorjahresquartal.

Eine tragende Säule des erfolgreichen Weihnachtsquartals waren die kleinen tragbaren Geräte wie die Computer-Uhr Apple Watch und die AirPods-Ohrhörer sowie das Abo-Geschäft mit Diensten.

Das Geschäft der Sparte mit den Wearables schoss um fast 37 Prozent auf gut zehn Milliarden Dollar hinauf. Es hat damit erstmals den Umsatz mit Mac-Computern überholt, der auf 7,1 Milliarden Dollar zurückging. Apple hatte in der Weihnachtszeit neben einer neuen Watch-Generation auch eine verbesserte - und teurere - Pro-Version der AirPods herausgebracht.

Bei den Services wie Apple Music oder dem iCloud-Speicher gab es ein Plus von rund 17 Prozent auf 12,7 Milliarden Dollar. Die Analysten hatten jedoch 13 Milliarden Dollar erwartet. Apple hat nun 480 Millionen Abo-Kunden.  Konzernchef Cook verwies darauf, dass man früher als erwartet das Ziel von 500 Millionen Nutzern erreichen werde. Man sei sehr stolz darauf, 100 Millionen Nutzer hinzugewonnen zu haben, sagte Cook Reuters. "Das ist riesig." Als neues Ziel habe man nun die Zahl von 600 Millionen Nutzern bis Jahresende ausgegeben. Apple TV+ selbst bezeichnete er als "großartigen Erfolg". Das Geschäft mit iPad-Tablets schrumpfte unterdessen um elf Prozent auf knapp sechs Milliarden Dollar.

Im Weihnachtsgeschäft 2018 hatte Apple einen ungewöhnlichen Rückschlag mit einem Umsatzrückgang erlitten. Der Konzern machte dafür vor allem eine Abschwächung im China-Geschäft verantwortlich. Jetzt legten die Erlöse in China von 13,2 auf 13,6 Milliarden Dollar zu.

Foxconn will Verpflichtungen einhalten

Apple-Zulieferer Foxconn will trotz des Ausbruchs des Coronavirus am Produktionsstandort Wuhan alle Herstellungsverpflichtungen für den iPhone-Hersteller einhalten. "Wir kommentieren unsere spezifischen Produktionspraktiken nicht, aber wir können bestätigen, dass wir Maßnahmen ergriffen haben, um weiterhin alle globalen Produktionsverpflichtungen zu erfüllen", gab Foxconn, offiziell bekannt als Hon Hai Precision Industry, in einer Erklärung bekannt. "Die Situation verändert sich und wir sammeln immer noch viele Informationen und beobachten sehr genau", sagte Apple-Chef Tim Cook der Nachrichtenagentur Reuters. Apple habe Lieferanten in der Region Wuhan, man habe aber auch alternative Zulieferer an anderen Standorten, sagte Cook.

(APA/dpa/Reuters)