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Warum die FPÖ die Nähe zur AfD sucht

APA/dpa/Carsten Koall
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Die Freiheitlichen wollen den Kontakt zur deutschen Partei vertiefen. Das Bündnis bietet der FPÖ Chancen, birgt aber auch Risken. Und nicht alle in der Partei dürften von Kickls Reise begeistert sein.

Wien. Als Frauke Petry Chefin der Alternative für Deutschland war, soll sie intern die Devise ausgegeben haben, dass die AfD so werden soll wie die FPÖ: eine rechte Volkspartei. Sie erklomm mit dem damaligen FPÖ-Chef, Heinz-Christian Strache, im Juni 2016 medienwirksam die Zugspitze, Deutschlands höchsten Berg. Und Strache besuchte 2017 das Aschermittwochtreffen der AfD im bayrischen Osterhofen und hielt eine Rede.

Frauke Petry war dann aber bald Geschichte, und die AfD rückte nach rechts. Die rechte Volkspartei FPÖ hingegen kam in die österreichische Regierung. Große Auftritte von führenden FPÖ- und AfD-Politikern gab es fortan nicht mehr. Und wenn, dann rangierten die Kontakte nun in der Kategorie „Einzelfall“: So geriet der damalige FPÖ-Landesrat Elmar Podgorschek nach einem Auftritt bei der AfD in Thüringen unter Druck und musste sich rechtfertigen. Er hatte bei seiner Rede die Justiz als „völlig linksgepolt“ bezeichnet und die „Neutralisierung“ des ORF gefordert.

Mittlerweile ist die FPÖ nicht mehr in der österreichischen Regierung, und nun trifft es sich wieder leichter mit der AfD. Klubchef Herbert Kickl war am Montag zu Gast in Berlin, er hielt einen Vortrag bei einer AfD-nahen Stiftung und traf auch die AfD-Fraktionschefs, Alice Weidel und Alexander Gauland. Außerdem wurde bekannt, dass einige frühere FPÖ-Kabinettsmitarbeiter nun für die AfD-Bundestagsfraktion arbeiten. Doch warum sucht die FPÖ nun verstärkt den Kontakt zur deutschen Partei, und was bedeutet Kickls Auftritt innerparteilich?