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Coronavirus

Die Nebenwirkungen für den Sportkalender

Auch Fußball-Legionär Marko Arnautović ist unmittelbar von Präventivmaßnahmen betroffen.
Auch Fußball-Legionär Marko Arnautović ist unmittelbar von Präventivmaßnahmen betroffen.APA/GEORG HOCHMUTH
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Die diesjährige Premiere des Skiweltcups in China ist offiziell abgesagt. Weitere Sportevents von Fußball, Hallen-WM bis zu E-Sport wurden ebenso verschoben oder verlegt. Auch Olympia-Gastgeber Tokio zeigt sich besorgt.

Ski: Kein Olympia-Test

Seit Mittwochfrüh ist es fix: Ski-Weltverband (FIS), der chinesische Verband und die Organisatoren beschlossen die Absage der beiden für Mitte Februar geplanten Herren-Speedrennen auf den Olympiastrecken von 2022. Die Premiere des Skiweltcups in China ist somit auf 2021 vertagt. Obwohl das Risiko in Yanqing im Nordwesten Pekings niedrig sei, müsse die Gesundheit der Athleten und Beteiligten Priorität haben, betonte FIS-Präsident Gian Franco Kasper.

„Das ist gut und richtig, die Vernunft hat gesiegt, die Sicherheit der Athleten und Betreuer steht im Vordergrund“, sagte ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. Neben dem Gesundheitsrisiko gaben auch Bedenken in Bezug auf eine mögliche Quarantäne bei der Ausreise den Ausschlag.

Wie die FIS mitteilte, werde der Testlauf am Olympia-Schauplatz nun für Damen und Herren 2021 erfolgen. Ein Ersatz für Yanqing ist indes noch nicht bekannt, dem Vernehmen nach steht WM-Bewerber Saalbach bereit.

Gastspiele für Arnautović

Der Fußball-Legionär Marko Arnautović ist mit Shanghai SIPG unmittelbar von Präventivmaßnahmen betroffen. So wurden die für Februar und März geplanten Heimspiele der Champions-League-Gruppenphase des Klubs ebenso wie jene von Peking Guoan, Shanghai Shenhua und Guangzhou Evergrande verschoben, die Mannschaften treten nun zunächst auswärts an. Der Supercup zwischen Meister Guangzhou und Cupsieger Shanghai Shenhua am 5. Februar in Suzhou wurde bereits vertagt. Auch der Liga-Start am 22. Februar wird neu angesetzt.

Das Olympia-Qualifikationsturnier der Frauen (ab 3. Februar) mit China, Australien, Taiwan und Thailand findet statt in Wuhan und Nanjing in Sydney statt. Das chinesische Nationalteam wurde nach seiner Einreise in Australien unter einwöchige Quarantäne gestellt, da die Delegation zuvor im stark vom Virus betroffenen Gebiet war.

Viele Sportarten betroffen

Mit der Hallen-WM der Leichtathletik wurde ein weiteres Großereignis auf 2021 verschoben. Verena Preiner zeigte Verständnis: „Ich habe eigentlich bis heute mit einem Start in China gerechnet. In 14 Tagen wollten wir unser Visum in Wien abholen. Aber natürlich hat die Gesundheit Vorrang, kann man gerade in der Olympiasaison keine Risiken eingehen."

Im Grunde sind alle größeren Sportevents in China von Änderungen betroffen: Spiele des Hockey-Nationalteams wurden ebenso abgesagt wie die World-Series-Bewerbe der Wasserspringer in Peking. Das Olympia-Qualifikationsturnier der Basketballerinnen übersiedelte nach Belgrad, jenes der Boxer nach Jordanien und das Fed-Cup-Turnier nach Kasachstan.

Auf unbestimmte Zeit verschoben wurden die Hainan-Radrundfahrt, die erstmals in China geplanten X-Games der Wintersportler oder das Frühjahrsturnier der E-Sport-Serie League of Legends. Auch für die nationalen Winterspiele in der Inneren Mongolei, die als Vorbereitung auf Olympia 2022 dienen sollen, wird ein neuer Termin gesucht.

Der sorgenvolle Blick

Die Formel 1 beobachtet die Situation in China mit Blick auf den Grand Prix in Shanghai am 19. April. Auch Olympia-Gastgeber Tokio bekundete 177 Tage vor der Eröffnung erhöhte Aufmerksamkeit. Gegenmaßnahmen gegen Infektionskrankheiten stellten einen wichtigen Teil der Pläne für sichere Spiele dar, teilten die Organisatoren mit, ohne Details zu nennen. In Japan sind bisher acht Fälle des Erregers bestätigt worden. (swi)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.01.2020)